Bei „Pils & Plausch“ gibt es nur Sieger
27.09.2010 | 19:05 Uhr 2010-09-27T19:05:00+0200
Schwelm.„Bier & Kultur“ war einmal. Ab sofort ist „Pils & Plausch“ angesagt. Und das neue, wieder von der Westfälischen Rundschau präsentierte Format von Jürgen H. Scheugenpflug überzeugte auf der ganzen Linie. Am Ende des kurzweiligen Programms vor ausverkauftem Haus traten gut gelaunte Premierengäste den Heimweg an.
Die Freunde von „Bier & und Kultur“ fühlten sich an der neuen Werkstätte, dem Ibach-Haus an der Wilhelmstraße, gleich wie zu Hause – trotz einiger Neuerungen. Die Gäste erwartet zwar wieder Kleinkunst, doch im Miteinander und nicht im Wettstreit gegeneinander. Sia Korthaus und vor allen Dingen das Komik-Talent Thorsten Hamer sorgten mit ihren Auftritten dafür, dass am Abend ausschließlich Sieger den Heimweg antreten konnten.
Ein neues Format bedarf neuer Akzente. Und die setzt bei „Pils & Plausch“ neben Ulrich Rasch am E-Piano eine schmucke rote Couch, die Moderator Scheugenpflug gemeinsam mit Sponsor Stefan Jukic von der Schwelmer Brauerei feierlich enthüllte. Als erster „Plauscher“ durfte dieser gleich das Sitzmöbel einweihen und mit einem Pils auf die neue (bei Ebay „gefundene“) Couch anstoßen. „Die ist so kuschelig eng, da kannst du den Leuten eng auf die Pelle rücken“, verkündete ein besonders schlagfertiger und redseliger Jürgen H. Scheugenpflug, um später seine Ankündigung beim Couch-Gast Dagmar Homberg sogleich in die Tat umzusetzen. Die Stil- und Einkaufsberaterin aus Schwelm bietet nicht nur Workshops im Ibach-Haus an, sondern ließ das Publikum auch tief in die Kleiderschränke ihrer Kundinnen blicken. Bei durchschnittlich 350 bis 500 Kleidungsstücken gewinnt der Spruch „Liebling, ich hab’ nichts anzuziehen“ an Gewicht. Als gegen Ende des Gesprächs Scheugenpflug u.a. sein Kroko-Jacket hervorkramte und von Dagmar Homberg Tipps für sein Äußeres erbat, konnte das sichtlich amüsierte Publikum die Meinung der Expertin nur unterstreichen: „An ihrem Outfit könnte man noch ein bisschen arbeiten.“ Das will die Stilberaterin nun auf einer gemeinsamen Einkaufstour mit dem Moderator nachholen.
Kleinkunst gab es an diesem Abend natürlich auch. Mit Sia Korthaus und Thorsten Hamer betraten quasi zwei Heimspieler die Bühne. Die heute in Köln wohnende Kabarettistin stammt aus Rüggeberg, hat 1988 am Reichenbach-Gymnasium ihr Abitur gemacht. Thorsten Hamer wohnt zwar in Wuppertal-Cornenberg, hat sich aber mit seinem Leo-Theater in der Fleute in Langerfeld schon gut bei den Schwelmern eingeführt.
Ihre 42 Lebensjahre ließ Sia Korthaus tänzerisch mit Twist, Disco, Hip-Hop und Techno Revue passieren, um dann den Jugendwahn aufs Korn zu nehmen („Zahnspange für die dritten Zähne“) und schließlich das Thema Männer und Fußball contra weiblicher List erschöpfend abzuhandeln.
Ungekrönter Publikumsliebling war allerdings Thorsten Hamer, sowohl in seiner Paraderolle als Heinz Erhardt, als auch in der Rolle des Karl-Heinz „Kalle“ König in der Sauna. „Kalle“ bewies, dass man als Ehemann und Frauenversteher, nur mit Handtuch und Bademantel auf der Bühne, auch ohne Saunaofen gehörig ins Schwitzen kommen kann, wenn eine Pointe die andere jagt.
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