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Schwelm

Bäderkosten stehen im Brennpunkt

08.09.2008 | 20:27 Uhr

Schwelm. Eine Sonderprüfung durch das Rechnungsprüfungsamt in Sachen Bäder werden SPD und die Grünen am Donnerstag im Rat einfordern. Ein entsprechender Antrag ist Ende vergangener Woche auf den Weg gebracht worden.

Knopfdruck bei der Chlordosierung - doch die Messleitung war wahrscheinlich zu lang. (WR-Foto: Archiv / vs)

Hintergrund dieses Antrags sind Äußerungen, die der aktuelle Schwimmmeister des Trägervereins, Burkhard Lahn, gemacht hatte.

In dem gemeinsamen Antrag von SPD und Grünen werden dessen Äußerungen zum Anlass genommen, einen Fragenkatalog an die Stadt zu richten, um die Kostensituatuion beider Schwelmer Bäder und die Betriebskostensteuerung unter die Lupe nehmen zu lassen.

Der Trägerverein Schwelmebad war entstanden, nachdem der Rat der Stadt mehrheitlich die Schließung des Freibades beschlossen und der Förderverein Pro Schwelmebad den Fokus seiner Aktivitäten auf die Durchführung eines Bürgerbegehrens gerichtet hatte.

Wolfgang Jittler, der zunächst dem Vorstand des Fördervereins angehört hatte, gründete mit anderen den Trägerverein. Sie wollten zunächst einen sechswöchigen Badebtrieb in Eigenregie ermöglichen. Mit hohem ehrenamtlichen Einsatz hatten die Praktiker eine Öffnung ermöglicht. Schwimmmeister Burkhard Lahn war in letzter Sekunde ausfindig gemacht worden und hatte die fachliche Verantwortung übernommen.

Dabei waren dem Schwimmmeister und versierten Techniker Lahn gleich mehrere Besonderheiten in der bisherigen technischen Betriebsführung aufgefallen.

Und genau da bedienen sich jetzt die Antragssteller von SPD und Grünen.

So soll die von ihnen geforderte Sonderprüfung insbesondere die Effektivität und Effizienz des städtischen Bädermanagements bewerten und analysieren. Eine unabdingbare Voraussetzung um künftige Entscheidungen über die Schwelmer Bäderentscheidung zu treffen, so heißt es. Dabei werden einerseits das Betriebskostenmanagement sowie andererseits die technischen Verbesserungsmöglichkeiten und Vorschläge dazu abgefragt. Auch will man über Zuständigkeiten und Verantwortungen aufgeklärt und über den Umstand informiert werden, warum Gutachter diese Mängel nicht erkannt hatten.

Keine Zeitsteuerung für die Aufbereitung des Duschwassers

Mängel, von denen Schwimmmeister Lahn gleich einige aufgelistet hatte und die jetzt auf der SPD-Internetseite veröffentlicht wurden.

So laufe die Duschwassererwärmung 24 Stunden lang. Eine Zeitsteuerung sei nicht vorhanden. Auch ein Teillastbetrieb für die Pumpen sei nicht vorgesehen.

Die Pumpen arbeiteten überdies in der vorhandenen Anordnung gegeneinander. Die Förderströme werden nicht durch Rundbögen "gefördert", sondern durch die eingebauten rechten Winkel reduziert. Zu lange Rohrstrecken hätten verfälschte Messwerte bei der Chlordosierung geliefert - und zu einem erhöhten Verbrauch geführt. Strömungswandler, die Algenbildung verhindern, fehlten.

Undichtigkeiten in Schächten und an den Dehnungsfugen der Becken hätten zu einem täglichen Wasserverlust von mehreren Kubikmetern geführt. Auch werde die vom Hersteller angegebene Pumpenkraft nicht erreicht. Zudem sollen sogenannte Durchflussmesser versteckt montiert worden sein.

Ein ganzes Paket von Fragen und Daten, die in der Beauftragung des Rechnungsprüfungsamtes zusammen gefasst werden. Die Beantwortung, so die Grünen und die SPD, seien Grundlage für die weiteren Beratungen in der Schwelmer Bäderfrage. Beide Parteien hatten sich gegen die Schließung des Freibades entschieden - und waren von CDU, SWG und BfS überstimmt worden. So war es zur privaten Trägerinitiative gekommen.

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Kommentare
09.09.2008
14:25
Bäderkosten stehen im Brennpunkt
von Ronsdorf | #4

@Neunmalklug:
Wenn es stimmt, dass (technische) Mißstände sattsam bekannt sind und sich trotzdem niemand angesprochen fühlt, dann scheint mir das ein Indiz für massive (menschliche und organisatorische) Mißstände im Rathaus zu sein.
Ob aber das nahezu unschlagbare Schwelmer Totschlagsargument Der ist ja nich mal von hier, ey eine radikale Besserung verspricht, darf doch bezweifelt werden. Es gibt sicher ausserirdische Kompetenz, auch jenseits von Schwelme und Wupper.

09.09.2008
14:05
Bäderkosten stehen im Brennpunkt
von Neunmalklug | #3

Na klasse, vorher war ja offenbar alles schlecht. Hat sich mal einer Gedanken gemacht, woran das alles liegt? Wer hat denn dem Team vóm Hallen- und Freibad mit etlichen Vorschriften im Wege gestanden? Herr Lahns Arbeit in allen Ehren, aber wer sich auf volle Vorräte (Chlor) berufen kann und vielleicht auch die eine oder andere Vorschrift etwas anders auslegt, der kann natürlich Gelder sparen. Es ist ja nicht so, dass die (technischen) Mißstände nicht allesamt bekannt gewesen wären. Da muss aber erst ein Außenstehender kommen und lapidar im Nebensatz erwähnen, wofür andere seit Jahren kämpfen.
Darüber sollte man mal nachdenken.
Und ja, eine Riesenlawine sollte endlich mal losgetreten werden. Und sie sollte bis zur Kommunalwahl 2009 reichen. Vielleicht schwimmt der eine oder andere Zugereiste dann endlich wieder woanders. Oder auch gar nicht...

09.09.2008
12:51
Bäderkosten stehen im Brennpunkt
von Humbug | #2

Wenn das alles stimmt was der ehrenamtliche(!!!) Bademeister gesagt hat, zeigt es wieder nur, dass in der Stadtverwaltung überwiegend Leute sitzen, die in der freien Wirtschaft nicht einmal einen Job als Strassenfeger bekommen würden.
Ich finde es gut, dass endlich mal einer etwas sagt und Mißstände aufzeigt und nicht wie so viele andere kuscht und zu allem Ja sagt.
Danke Burkhard Lahn. Ich hoffe er hat damit eine Lawine los getreten

09.09.2008
11:42
Bäderkosten stehen im Brennpunkt
von Sharky | #1

Tja - es schein ja wirklich einiges undicht zu sein in dieser Stadt und ihrer Verwaltung. Nur sollte man sich von dieser Sonderprüfung keine Wunderdinge erhoffen. Wer hat was gewusst? Wer hat sich nicht gekümmert? Wer ist verantwortlich? Wer muss zur Rechenschaft gezogen werden?
Fragen könnte man schon. Die zu erwartenden Antworten? Genau - wir sind hier in Schwelm!

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