Werkzeugmacher mit 20 Kühen
03.10.2011 | 10:00 Uhr 2011-10-03T10:00:00+0200
Heedfeld. Der Sonntag ist heilig. Ab 12 Uhr ist bei Trimpops Familientag. „Da muss es schon knüppeldick kommen, damit ich die Zeit nicht mit meiner Frau und meinen Kindern verbringe“. In diesem Punkt kennt Dietmar Trimpop kein Pardon. Der 43 jährige ist Landwirt im Nebenerwerb. Montags bis freitags arbeitet er von sieben bis 17 Uhr als Werkzeugmachermeister bei Strack Norma, anschließend als Betriebsleiter auf dem Hof in Altenhülscheid. Der Samstag ist Hoftag. Ein stolzer Blick auf seine Kühe, ein stolzer Blick auf den Stall verrät - klar, das ist viel Arbeit, ein großes Pensum, aber für den Schalksmühler passt das.
Dietmar Trimpop ist auf den Hof seiner Eltern groß geworden. Eigentlich wäre er ja auch gern Landwirt geworden. Doch dann kam alles anders. Mitte der 80er Jahre: Milchquote. Krise in der Landwirtschaft. „Mein Vater hatte den Wachstumsschritt verschlafen“, beschreibt der Junior die schwierige Lage. Vater Trimpop wollte, dass sein Sohn einen anderen Beruf lernt. Nach der Ausbildung könne er weiter sehen und sich überlegen, ob er in die Landwirtschaft einsteigt. Dreieinhalb Jahre dauerte Dietmar Trimpops Lehre bei Hasco. Danach machte der junge Werkzeugmacher seinen Meisterbrief in einem Dreivierteljahr. „Ich bin ein unruhiger Typ. Das Lernen war harte Arbeit. Als Junge hat man ja nicht mehr gemacht als man muss.“ bekennt er offen. Das ist heute anders.
Vom Beruf als Bauer wurde abgeraten
Die Leidenschaft für die Landwirtschaft hat nicht nachgelassen. Dietmar Trimpop hat die Entwicklung beobachtet. Er hat gesehen, was nicht funktioniert, „manches ging restlos in die Hose“. Diese Flops gaben ihm zu denken und weckten Verständnis für seinen verstorbenen Vater, der ihm vom Beruf des Bauern abgeraten hatte. Er hat für sich die passende Lösung gefunden. Dietmar Trimpop bewirtschaftet im Nebenerwerb den Hof in Altenhülscheid gemeinsam mit Rentner Wilhelm Pulvermacher, Mutter Helga und Ehefrau Sonja.
Die Eckdaten: 30 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, 20 Hektar Forstfläche, 20 Mutterkühe und Nachzucht, zwei Bullen. Vor vier Jahren hat er einen neuen Stall gebaut. Mit Jürgen Berker, seinem Vollerwerbs-Nachbarn, kooperiert er bei zahlreichen Erntearbeiten. So haben sie beispielsweise eine gemeinsame Heumaschine.
Bei Strack Norma in Lüdenscheid arbeitet Trimpop mit zwei Kollegen in einem Sonderteam, das die firmeneigene Katalogware nach den Kundenwünschen ausrichtet. Da ist fachliche Fitness erforderlich, Weiterbildung angesagt. Die Arbeit macht Spaß. „In der Firma habe ich viel mit Menschen zu tun. Das ist gut“. Zahlreiche Kunden sind ähnlich gestrickt wie Trimpop: „Ich habe gestaunt, dass so viele genau wie ich in der Landwirtschaft arbeiten.“ Doch der Landwirt genießt auch die Zeit, in der er einfach mal gemütlich quatschen kann.
Sein Engagement als Feuerwehrmann im Löschzug Hülscheid bedeutet ihm viel. Ein Feueralarm sonntags nach 12 Uhr,das wäre dann „knüppeldick“, dann müssten Ehefrau Sonja und die beiden Töchter Hanna (6) und Laura (10) zurückstecken - Zeit für Laura, sich um Kuh Minni zu kümmern. Sie hat die kleine Wilde auf der Weide gezähmt. Auch bei Laura zeigt sich die Leidenschaft für Landwirtschaf.
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