Von jedem Temperament ein bisschen
09.02.2012 | 17:54 Uhr 2012-02-09T17:54:00+0100
Schalksmühle.Ein Abend mit nachdenklicher Stimmung bei EVA (Evangelische Frauen Arbeit) im Gemeindezentrum Erlöserkirche. Pfarrerin Doris Korte setzte sich mit dem Thema „Reden ist Silber – Schweigen ist Gift?“ auseinander.
Vor dem Reden kommt das Zuhören. Schon in ihrer Andacht leitete Doris Korte ins Thema ein: Zuhören können, auf den Mensch gegenüber hören lernen; nachfragen statt zu verurteilen oder sich verletzt zurückzuziehen. In klaren Sätzen meine Botschaft formulieren, damit der andere hören kann, was ich wirklich sagen will – diese und andere Anregungen brachte die engagierte Seelsorgerin, die viel Erfahrung hat mit Menschen und Gesprächen. Sie zitierte Texte und Beispiele aus Büchern, ausgewählt für den Abend. Beispielsweise: Reinhold Ruthe (Wenn die Seele schreit) oder Heidi Krause-Frische (Reden ist Silber – Schweigen ist Gift). Thesen wie „Frauen wollen ihre Beziehung pflegen, indem sie mit ihren Männern reden. Männer wollen ihre Beziehung pflegen, indem sie mit ihren Frauen nicht reden“ wurden diskutiert, Erfahrungen angesprochen. Angst vor Verlust, Ablehnung und Ärger lassen besonders Frauen oft schweigen. „Leiden, das nicht spricht, presst das Herz bis es bricht“ – Korte führte die Grundtemperamente an: Den Melancholiker – den Fühler, den Antennenmensch, nie oberflächlich, Wurzelbeobachter. Den Choleriker – HB-Männchen, glutvoll, Gift und Galle spuckend, ein Mensch wie ein Vulkan. Der Phlegmatiker – bedächtig, langsam, zäh aber ausdauernd wie ein Dieselmotor. Der Sanguiniker – ein heiterer, lebhafter und leichtsinniger Mensch, unstet mit wenig Skrupeln.
Ihrer Erfahrung nach hat jeder Mensch von allem etwas – aber ein Temperament dominiert.
Korte: „Kenne ich mich, dann kann ich mich einschätzen.“ Möglichst auch akzeptieren, bevor ich mich entscheide, zu reden oder zu schweigen. An sich zu arbeiten, auch Kritik anzunehmen, kann nach Meinung von Doris Korte helfen. „Wir halten meistens weiter den Mund, bis die Organe schreien. Wir sitzen ganz nah beieinander und sehen miteinander fern“, führte sie einfach Beispiele an. Der bessere Weg aus ihrer Sicht: Sich über sich Gedanken machen und so bei sich selbst sein. „Wenn ich reden will, dann muss ich erst hören. Dann kann ich entscheiden, ob das Reden gut ist oder doch das Schweigen angebracht.“
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