Reise zu den Ärmsten der Armen
12.03.2009 | 18:44 Uhr 2009-03-12T18:44:00+0100
Schalksmühle. Françoise Eckern, Hildegard Knop und Rainer Halverscheid vom Partnerschaftsverein Sahelzone haben vom 22. Februar bis 6. März das Projektgebiet Kimparana im Süden Mals bereist. Die Botschaft, die sie aus dem westafrikanischen Land mitbringen klingt einfach. Sie lautet: „Weitermachen."
Gestern berichteten sie von der anstrengenden Tour, die sie bei Temperaturen bis zu 37 Grad durch die drei Gemeinden führte, die im Gebiet von Kimparana liegen. Für Hildegard Knop und Rainer Halverscheid war es die erste Begegnung mit Mali. Beide zeigten sich tief beeindruckt. „Trotz großer Armut ist die Lebensfreude der Menschen spürbar. Sie sind aufgeschlossen und offen.”
Françoise Ecken bekennt: „Ich bin mit dem Afrika-Virus infiziert.” Immer wieder zieht es sie auf den schwarzen Kontinent. Sie ist Vorsitzende des Partnerschaftsvereins und hat Mali schon mehrfach besucht. „Ich sehe, wie sich die Dinge zum Guten verändern”, sagt sie. Vor 25 Jahren fuhr sie von der Hauptstadt Bamako noch über einen Schotterpiste ins Projektgebiet. Heute führt eine Asphaltstraße in die Region. Françoise Eckern sah erneut Verwaltungsgebäude, Schulen und vieles mehr und hat den Eindruck: „In unserem Projektgebiet sieht alles etwas schmucker aus.” Der Schalksmühler Fotograf Rainer Halverscheid, der die beiden Frauen begleitete, machte eine interessante Erfahrung. Zückte er seine Kamera, verschwanden die Menschen zunächst, um dann in ihrer schönsten Kleidung wieder aufzutauchen. „Erst hatte ich geglaubt, sie wollten sich nicht fotografieren lassen.”
Das Trio, das eine Missionsstation dreier portugisischer katholischer Schwestern als Basislager wählte, nutzte die zwei Wochen in Mali, um sich über die Entwicklung zu informieren, die die Region genommen hat. Projektpartner vor Ort ist der Verein ADH. ADH-Vorsitzender Ibrahima Biridogo, ein Jurist, präsentierte ihnen Licht und Schatten. „Transparenz, das war sein Schlagwort”, erinnert Françoise Eckern.
Täglicher Kampf ums Überleben
Manche Dinge laufen gut, andere nicht. „Auch die hat er uns gezeigt.”
So bekamen die Schalksmühler Einblick in ein Kollektiv, das Gartenbau betreibt, die Produkte zur Selbstversorgung nutzt und den Überschuss auf Märkten verkauft. „Das Leben in Mali ist hart”, sagt Hildegard Knop. „Wer sich nicht in das Kollektiv einkaufen kann, bleibt außen vor.” Im täglichen Kampf ums Überleben bleibe kaum Zeit, um an andere zu denken.
Wasser ist in Mali, wo es nur einmal im Jahr während der Regenzeit regnet, überlebenswichtig. Und so gilt das größte Augenmerk des Partnerschaftsvereins den Brunnenprojekten. „Die Brunnen müssen sauber gehalten werden, sie dürfen nicht einstürzen.” Da gebe es manches zu verbessern.
Auch neue Projekte wurden besprochen. Der Einsatz der beiden Frauen dabei nötigte Rainer Halverscheid eine gehörige Portion Respekt ab. „Sie führten vierstündige Gespräche in brütender Hitze.” Aber es lohnt sich. So soll als neues Projekt eine Baumpflanzaktion an einer Schule gestartet werden. Die Schule hat der Verein vor Jahren errichtet. Inzwischen ist ein zweites Gebäude hinzugekommen. „Die Bäume sollen Schatten spenden und Wasser halten”, sagt Hildegard Knop. „Dafür müssen sie in den ersten Jahren intensiv gepflegt werden.” Das sollen Kinder in Form von Patenschaften für einzelne Bäume übernehmen. Dahinter steht ein tieferer Sinn. „So lernen sie Verantwortung für Dinge zu übernehmen, die sich erst in der Zukunft auszahlen.”
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