Gefährlicher Job auf dem Eis
15.02.2012 | 18:47 Uhr 2012-02-15T18:47:00+0100
Schalksmühle.Es ist nasskalt und dunkel. Die Temperaturen schwanken um den Gefrierpunkt. An der Glörtalsperre knackt das Eis. An einigen Stellen ist es bis zu 15 Zentimeter dick. An anderen Stellen ist es dünner. Teilweise schieben sich Eisschichten übereinander. Der Wasserspiegel im See ist unter der gefrorenen Schicht ständig in Bewegung. „Das ist enorm gefährlich“, sagt Thorsten Grabowski von der Löschgruppe Dahlerbrück. Ausgesprochen realistische äußere Bedingungen für eine Eisrettungsübung.
Die Ausgangslage: Etwa 30 Meter vom Ufer gegenüber der Jugendherberge entfernt ist ein Mann ins Eis eingebrochen. Bei den niedrigen Temperaturen zählt jede Sekunde. Im eiskalten Wasser kann der Kreislauf schnell zusammenbrechen. Das könnte den Tod bedeuten.
Zwei Einsatzwagen tasten sich in der Dunkelheit über den vereisten Rundwanderweg bis zur Unfallstelle. Die Männer sitzen ab. Eine Gruppe macht das knallrote Schlauchboot klar. Es soll in erster Linie zur Eigensicherung der Rettungskräfte dienen. Eine weitere Gruppe steckt Leitern zusammen. Auf ihnen wird sich Timo Lückmann aufs Eis wagen, bis zur Unfallstelle vordringen und das Opfer aus dem Wasser ziehen. So weit der Plan.
Zug um Zug mit der Leiter zum Opfer
Einer der Retter wirft eine Schwimmleine bis zum Unfallopfer. Der Mann könnte sich daran festhalten und unter Umständen selbst aus dem Wasser ziehen. Das kann die 100 Kilogramm schwere Übungspuppe selbstverständlich nicht. Timo Lückmann schiebt sich auf dem ersten Leiterstück nach vorn und zieht ein zweites nach. Er ist zusätzlich durch eine Leine an seiner Schwimmweste gesichert. Der Feuerwehrmann wechselt die Leiter, schiebt das andere Stück nach vorn und wechselt wieder. So arbeitet sich der Feuerwehrmann an die Unfallstelle heran. Schließlich erreicht er die Puppe, packt sie und hievt den Zwei-Zentner-Dummy mit einem Schwung auf die freie Leiter. Vom Ufer aus haben ihn die Kollegen mit langen Leinen gesichert. Jetzt ziehen sie die Leitern zurück, wuchten den Dummy auf eine Trage und bringen ihn zur Erstversorgungsstelle, die am Ufer eingerichtet worden ist.
Ein Verlauf, wie er sein sollte. „Eine gelungene Übung“, stellt Löschgruppenführer Jörg Volkmer fest. Alles hat nach Plan funktioniert. „So Eisrettungsübungen sind absolut notwendig“, sagt er. Seine Löschgruppe hat die Verantwortung für Einsätze an der Glörtalsperre übernommen. „Wenn es die äußeren Bedingungen erlauben, trainieren wir einen solchen Einsatz einmal pro Jahr.“
0mitdiskutieren