Ein musikalisches Aushängeschild
14.02.2012 | 17:34 Uhr 2012-02-14T17:34:00+0100
Schalksmühle.Die Leistungen der jungen Gitarristin Jessica Enes sind stabil gut. Mit ihrer Duo-Partnerin Melissa Worbs holte sie beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ 2010 einen ersten Preis. Auch als Solistin kann sich die 13-jährige Schalksmühlerin sehen lassen. 2012 gelang ihr erneut ein erster Preis. Grund zur Freude für Dr. Monika Burzik, Leiterin des Musikschulbezirks Schalksmühle und seit 2008 Lehrerin von Melissa. Für ihre Leistung wurde die junge Instrumentalistin am Montag auch von Bürgermeister Jörg Schönenberg ausgezeichnet.
Weniger Teilnehmer als in den Vorjahren
Die Freude von Dr. Monika Burzik ist allerdings nicht ganz ungetrübt. Sie arbeitet bis 2015 als Vorsitzende des regionalen Arbeitskreises „Jugend musiziert“ und bedauert einen erheblichen Einbruch der Teilnehmerzahlen. Dass Jessica in diesem Jahr die einzige Preisträgerin aus Schalksmühle ist, sei zum Teil der Wettbewerbsstruktur geschuldet. „Die Kategorie Klavier war für 2012 nicht vorgesehen.“ Gerade Klavierspieler seien im Musikschulbezirk Schalksmühle stark vertreten und in den vergangenen Jahren immer wieder unter den Preisträgern vertreten gewesen.
Die Problematik reicht aber tiefer. Im großen Regionalbezirk, der neben dem Märkischen Kreis noch die Stadt Hagen und den Ennepe-Ruhr-Kreis umfasst, gingen in diesem Jahr 144 Kinder und Jugendliche an den Start. „Das ist ein Einbruch der Teilnehmerzahlen gegenüber dem vergleichbaren Wettbewerbsjahr um 30 Prozent“, erläuterte Dr. Monika Burzik am Montag. Das sei insbesondere deshalb erstaunlich, weil in den Jahren zuvor die Teilnehmerzahlen ständig gewachsen seien. Der Arbeitskreis habe Ursachenforschung betrieben. Möglicherweise sei der Rückgang auch Folge kommunaler Sparmaßnahmen. Außerdem bleibe für die zeitaufwendige Vorbereitung von Wettbewerbsteilnehmern, höchstes Engagement im Einzelunterricht mit einer hohen Zahl von Zusatzproben, wenig Zeit. Das alles betreffe die Lehrer. Den Schülern gehe es aber nicht besser. Die extreme Verdichtung des Unterrichtsstoffes an den Gymnasien mit einer Ausweitung des Unterrichts bis in den Nachmittag lasse keinen Raum mehr für individuellen Musikunterricht.
Die Bezirksleiterin registriert aber auch, dass der Wert des Musikschulunterrichtes von der Politik gesehen wird. „Es ist durchaus angekommen, dass Musikschulunterricht die soziale Kompetenz von Kindern und Jugendlichen fördert“, sagte sie.
Jessica Enes ist ein gutes Beispiel. Sie habe sich als Solisten und als Duo-Partnerin sehr gut entwickelt, unterstrich Dr. Monika Burzik. „Durch die Teilnahme an den Wettbewerben und durch verschiedene Auftritte ist sie inzwischen recht routiniert.“
Bürgermeister Jörg Schönenberg machte der 13-Jährigen, die auch Ballett-Unterricht an der Musikschule nimmt, ein Kompliment. „Du bist jetzt unser Aushängeschild“, sagte er zu der Preisträgerin. Als Dreingrabe erhielt Jessica Enes einen Briefumschlag. „Wir haben gedacht, dass du ein wenig Taschengeld gut gebrauchen kannst“, schmunzelte der Rathaus-Chef.
0mitdiskutieren