Discount-Teiglinge kommen auch aus Nordafrika
04.11.2008 | 17:39 Uhr 2008-11-04T17:39:00+0100
„Brot hat erst nach drei Tagen den richtigen Geschmack. Bei der Innung wird es erst dann geprüft.”
Einen fachkundigen Vortrag über Brot und die Traditionen des Bäckerhandwerks hielt Karl Schreiber aus Iserlohn. 35 Damen des Frauennachmittagstreffs der evangelischen Kirchengemeinde Schalksmühle-Dahlerbrück und fünf Konfirmanden kosteten seine Brotsorten im Gemeindezentrum am Mathagen.
Schreiber kommt aus der ältesten Bäckerei Iserlohns. Zudem fungiert er als Obermeister der Bäckerinnung im Kreis. 40 Bäckereien gehören der Innung an.
„Früher enthielt der Sauerteig mehr Essigsäure. Heute ist mehr Milchsäureanteil enthalten, dadurch schmeckt das Brot nicht mehr so sauer und ist bekömmlicher”, dabei reichte er ein Töpfchen mit dem Teig herum.
Millionen-
Investition nötig
Auch Bäckerhefe, Schrot und Getreideproben hatte er neben zehn Brotsorten und Brötchen mitgebracht. Mit am Probiertisch Jugendliche aus der Kirchengemeinde. Im Zuge ihres kirchlichen Unterrichts schauen sich die Konfirmanden in anderen Gruppen der Gemeinde um.
„Teiglinge, die in Discountern verbacken werden, kommen gefroren zum Teil aus Portugal oder sogar Nordafrika zu uns. Anders wären die Preise gar nicht zu halten. Dafür gibt's bei uns im Bäckerladen kurze Wege und Kundenwünsche”, warb der Bäcker für sein Handwerk. „Ein Backofen hält eine Generation und kostet heute 80 000 Euro. Die komplette Ausstattung mit allen modernen Geräten, wie zum Beispiel die Brotschneidemaschine, die computergesteuert warmes Brot schneiden kann, kostet einem Bäcker, der neu anfängt, rund eine Million Euro. Dafür müssen wir viele Brötchen verkaufen”, rechnete Karl Schreiber vor. Dazu liefern die Bäckereien noch Gebäck, nach alten Rezepten gebacken. Man verwende keine Brotbackmischungen.
Elke Schinkel und ihr Team verteilten die Kostproben an Brot sowie Butter und Schmalz, das sich die Besucher schmecken ließen.
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