: Der Kampf gegen Windmühlen
Im Sozialausschuss standen die Beratungsgespräche für die Mieter der Reichelsiedlung im Mittelpunkt. Kritik an LEG.
Rheinberg. Die baulichen Mängel in der Reichelsiedlung waren ein zentrales Thema bei der Sitzung des Rheinberger Sozial-, Familien- und Seniorenausschusses. Dabei stellte der Moerser Architekt Hendrik Tervoorth, der die Mieter dort – von der Stadt finanziert – berät, seinen Zwischenbericht vor. In den vergangenen Wochen habe er sich rund 30 Wohnungen angesehen und Beratungen durchgeführt. Immer sei es dabei um Schimmel und Feuchtigkeit gegangen. „Das hat einfach mit dem sehr schlechten Bauzustand zu tun”, lautete seine Analyse.
In den Quartalsgesprächen, die die Diakonie mit der Mieterschaft und der LEG geführt hat, habe die LEG unmissverständlich klargemacht, dass es keine Sanierungen geben werde. „Übersetzt heißt das: Da wird nur herumrepariert.” Immerhin sei man dort überein gekommen, dass diese Fragen in Zukunft direkt von LEG-Technikern bearbeitet werden, ergänzte der Leiter der Rheinberger Diakonie, Bernard Bauguitte. Und es sei schon eine Kunst, alle Beteiligten überhaupt an einen Tisch zu bekommen. In elf der 29 Fälle seien Techniker eingeschaltet worden. „Das wird ernster genommen als in der Vergangenheit, aber noch immer nicht ausreichend”, so Bauguitte. Als Beispiel nannte er den Fall einer MS-kranken Mutter mit Kind, deren Wohnung man gedämmt habe. Mal gebe es moderne Heizungen oder neue Fenster. Eigentlich müsse man aber alle Häuser dämmen und die Fassaden von Grund auf sanieren, so Tervoorth. In vielen Wohnungen seien 21 Grad nicht gewährleistet, und in kalten Wänden setze sich über die Außentemperatur noch Feuchtigkeit ab.
So hätten Verbesserungen keine lange Wirkung. Man müsse einen positiven Druck über die Mietervertretung und die Stadt erzeugen, so Tervoorth. Ziel sei es, wenigstens über Gespräche für 80 Häuser eine Verbesserung herbeizuführen. Die Fraktionen begrüßten die Quartalsgespräche und das Beratungsangebot – über die weitere Bereitstellung der Mittel dafür soll der Rat befinden. Es gab aber auch Kritik. Die Stadt versuche, Stromverbrauch und C02-Ausstoß zu vermindern, ließe andererseits Gebäude verfallen. Das sei paradox, äußerte sich die Ausschussvorsitzende Bärbel Reining-Bender (SPD) skeptisch gegenüber den LEG-Maßnahmen. Ähnlich sahen's die anderen Fraktionen. „Für mich gibt es so kein Licht am Ende des Tunnels”, so Karin Wolk (Grüne). „Ein Kampf gegen Windmühlen”, schloss sich Brigitte Devers (CDU) an.
Diskussionen entzündeten sich an dem Antrag der Beratungsstelle „Frauen helfen Frauen”, den Zuschuss von 1000 auf 3000 Euro zu erhöhen. Der Antrag sei etwas dünn, kritisierte Hans-Wilhelm Jenk (CDU). „Wir können da nicht zustimmen, es sei denn, alle Kommunen verdreifachen da ihre Zuschüsse.”
Der Ausschuss beschloss dann auf Antrag der SPD einen Prüfauftrag an die Verwaltung für den Neubau einer Seniorenbegegnungsstätte an der Kamper Straße/Ecke Wallstege. Die CDU meldete wegen der schwierigen Haushaltslage der Stadt allerdings Bedenken an. Das Projekt könne man wohl erst nach der Innenstadtsanierung angehen, so Bürgermeister Mennicken.







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