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Karneval

Vom Fischladen ins Reeser Meer

08.02.2012 | 17:21 Uhr
Vom Fischladen ins Reeser Meer
Foto Dirk Schuster WAZ FotoPool

Rees.   Die 33. Sitzung der Reeser Frauen im Bürgerhaus erwies sich als bestes Jogging für das Zwerchfell und die Lachmuskeln.

Ein Schelm, der Böses dabei denkt: Im vergangenen Jahr ist Birgit Hollands dabei beobachtet worden, wie sie in einem niederländischen Fischladen „ganz besonderen, exotischen Fisch“ für ihren Mann Norbert geordert hat. „Tage später titelten die Lokalzeitungen ‘Seltene Fischart im Reeser Meer entdeckt’“. Aufschrei aus 170 Frauenkehlen. Christa Baukelmann servierte beim Frauenkarneval im Reeser Bürgerhaus die erste Bütt des kurzweiligen Nachmittags. Dieser stand unter dem Motto „För ouw is ons nix te völl, wej maken en herrlich Spöll“. Was kein leeres Versprechen war!

Dabei hatte Heike Beyer noch zu Beginn des gut dreistündigen Programms um Nachsicht gebeten mit den Worten „Wir sind alle keine Profis.“ Damit stapelte sie aber tief, denn so manche Akteurin, die anschließend die Bühne betrat, erwies sich als – Pardon, liebe Frauen, heißt aber so – „echte Rampensau“.

Schon der Einzug der blaublütigen Den Haager Ehrengäste bei der 33. Frauensitzung, erwies sich als Glücksfall fürs Zwerchfell. Heike Beyer hielt sich den Spiegel mit dem Antlitz von Königin Beatrix vors Gesicht, Monika Scholten zog als Königinmutter Juliana ein und Gabi Hövelmann als rot behütete Prinzessin Maxima.

Die gut gelaunten Zuschauerinnen jubelten und klatschen und jauchzten noch mal auf, als plötzlich Königinmutter auf dem Toilettenstuhl herausgefahren werden musste. Keine Sitzung ohne Meta und Hugo, alias Heike Beyer und Eila Braam! Meta blickte dieses Mal unentwegt aus dem Fenster, immer den Blick auf den Nachbarn gerichtet, der – im Gegensatz zum uncharmanten Hugo – seine Frau „wie am ersten Tag“ umgarnte. „Jetzt küsst er sie“, schwärmte Meta, umso gleich zu fordern: „Das könntest Du doch auch mal machen!“ Hugo schroff: „Die kenn’ ich doch gar nicht!“

Erste Rakete für die Proat-Platt-Gruppe.

Die erste Rakete des Abends ging an die Proat-Platt-Gruppe. Verdient. Mariehilde Henning hatte mit den Frauen eine Parodie auf die Auswirkungen der Gesundheitsreform einstudiert. Ein herrlicher Spaß, bei dem Schwester Rabiata, alias Anne Richard, die Damen mit der Trillerpfeife bei der abendlichen Körperreinigung antrieb. Als das Toilettenpapier zur Mehrfachnutzung weitergereicht wurde, kamen einige Zuschauerinnen vom Lachen ins kurzatmige Japsen. Urkomisch auch, wie die großgewachsene Christa Baukelmann ihrer kleinen Nachbarin das Wasser zum Ausspülen des Mundes weiterreichte.

Tolle Tänze lockerten das Programm auf. Die Damen des Elferrats kamen in Friesland-Tracht, mit Frau Antje-Hauben und blonden Zöpfen und zeigten traditionelle Holzschuhtänze. Das war aber nur Aufwärmprogramm. Denn als ein ganz schwereres Kaliber für die Lachmuskeln erwies sich der Strumpfhosen-Tanz, bei dem die Beine von jeweils zweier Frauen in einer Hose stecken. Urkomisch!

Monika Scholten hatte sich piekfein aufgebrezelt, um als Anastasia Pfeifenstengel über die Männer herzuziehen. Und die Vorzüge der Frauen herauszukehren. „Von außen sind wir bunt und von innen ausgekocht bis zum geht nicht mehr“, sagte sie augenzwinkernd.

Als junge Frau hatte sie von ihrer Großmutter gehört, welch’ große Rolle die körperliche Liebe in deren Leben noch gespielt hatte. „Heute ist das anders“, wusste sie. Neurdings kommen die Männer erst ins Bett, wenn der Computerstecker gezogen ist...“

Maria Raudszus

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