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Vegetative Wände statt Alu

13.01.2012 | 15:47 Uhr
Vegetative Wände statt Alu
/ WAZ FotoPool

Haldern.Wo ist seitens der Bahn aktiver Schallschutz bei der Betuwe im Bereich 3.1 Haldern geplant? Auskunft darüber geben die Pläne der Bahn AG, die die Stadt Rees am Montag ins Internet gestellt hat.

Dort deutet eine Schlangenlinie als Symbol den Verlauf der Wand an. Ihren Anfang nehmen soll sie etwa 60 Meter nach der geplanten Fußgänger- und Radunterführung in Sonsfeld.

Weitergeführt werden soll sie über den Planbereich 3.1 hinaus Richtung Millingen. In unterschiedlichen Höhen, jedoch in nur einer Ausführung: Aluminium.

Sportanlage B 8 und Camping Hagener Meer

Mit einer Höhe von zwei Metern soll die Wand hinter Sonsfeld starten. 50 Meter lang wird sie eine Höhe von zwei Metern messen, dann wird über weitere 50 Meter auf drei Meter aufgesattelt. Danach soll sie – rund 100 Meter vor der Siedlung Orffstraße – auf vier Meter hochgestockt werden. Verlaufen wird sie auf Seiten der Ortslage Haldern.

Auf der anderen, der rechten Seite der Bahntrasse, ist keine Lärmschutzwand vorgesehen. Auch hier hält die Stadt aktiven Lärmschutz für dringend geboten und zwar im Bereich der Sportanlage an der B 8 und im Bereich des Campingplatzes Hagener Meer. „Mindestens drei Meter, besser noch vier Meter hohe Wände“, fordert die Reeser Bauamtsleiterin Elke Strede für diesen Bereich.

Auch die Pläne der Bahn, ausschließlich Aluminium-Wände zu errichten, stößt bei der Stadt auf wenig Verständnis. „Die ausschließliche Prüfung einer Lärmschutzwand aus Aluminium ohne Prüfung von Alternativen ist fehlerhaft“, sagt Strede sogar. Die Stadt fordert Nachbesserungen. Sie möchte, dass im Bereich von Wohnbebauung und Gewerbe Gabionen, also vegetative Lärmschutzwände, gebaut werden. Das sind mit Steinen oder Erde befüllte Drahtkörbe, die nicht nur hochabsorbierend sind, sondern auch Pflanzen und Tieren Lebensraum bieten. Weiterer positiver Nebeneffekt: Diese Elemente heizen sich nicht wie Aluminiumwände auf und verändern das Kleinklima mit Luftaustausch und Verwirbelungen durch Thermik geringer als Wände aus Alu oder Beton. Vegetative Wände sieht Amtsleiterin Elke Strede vor allem im Bereich der Wohnbebauung für notwendig an um eine Wand mit Heckencharakter zu erhalten. „Zumal viele Halderner auch einen Teil ihres Gartens opfern sollen für die Güterferntrasse“, so Elke Strede.

Für den Bereich der Bahnhofstraße will die Stadt ebenfalls keine geschlossene starre Wand. Eine Auflockerung mit Glas wird hier gewünscht, damit Blickbeziehungen möglich sind. Was gleichzeitig der Wohlfühlatmosphäre der Halderner in ihrem Dorf entgegen kommt. Dass Glas – wie oft behauptet wird – den akustischen Anforderungen nicht genügt, sei überholt. Inzwischen gebe es Glaselemente, die hochabsorbierend sind, gleichzeitig Verschmutzungen und Graffiti abweisen und obendrein nicht spiegeln.

Maria Raudzsus

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