Trauerzug für Gülsüm
13.05.2009 | 11:17 Uhr 2009-05-13T11:17:00+0200Am Samstag wird in Stuttgart des Verbrechens gedacht.
Rees/Stuttgart. Das, was in Rees passiert ist, ruft „Terre des Femmes”, Menschenrechte für die Frau e.V., auf den Plan. Am kommenden Samstag, 16. Mai, wird es in Stuttgart eine große Demonstration mit Kundgebung und Mahnwache geben. Bei dieser Kundgebung wird an den Mord an Gülsüm Semin aus Rees gedacht. Veranstalter ist neben „Terre des Femmes” der „Verein für Menschenrechte und Integration, peri”.
Serap Cileli, Vorsitzende von peri, ist durch die E-Mail einer Vertrauensperson von Gülsüm Semin auf deren Schicksal aufmerksam geworden. Und sie weiß ebenso wie ihre Mitstreiterin von Terre des Femmes, Barbara Simons, dass Gülsüm ebenso wie die am 15. Mai 2008 in Hamburg von ihrem Bruder ermordete Morsal Obeidi zu den bekanntesten Ehrenmord-Opfern in Deutschland zählt.
Keine Einzelfälle
„Gülsüm und Morsal mussten sterben, weil sie auch so leben wollten wie andere Frauen hier”, beschreiben beide ihr Engagement. Sie seien aber keine Einzelfälle. 70 Ehrenmordfälle habe es in den vergangenen neun Jahren in Deutschland gegeben. „Bei diesen Fällen dreht es sich immer um die weibliche Sexualität, die die Männer unter Kontrolle halten wollen”, weiß Serap Cileli. „Weil Gülsüm keine Jungfrau mehr war, musste sie sterben.” Gerne hätte die Veranstalterin eine Lehrerin von Gülsüm als Rednerin gewonnen. Aber diese hatte Bedenken wegen ihrer Schweigepflicht und sagte ab.
„Wir wollen ein Zeichen setzen gegen Verbrechen im Namen der Ehre und an Gülsüm und Morsal erinnern”, so Barbara Simons. Die 16-jährige Morsal wurde mit 26 Messer-stichen von ihrem Bruder umgebracht. Er wurde jetzt zu lebenslanger Haft verurteilt.
In Stuttgart werden neben Redebeiträgen auch szenische Aktionen aus der Performance „Sie hätte gehorchen müssen” gezeigt, Gedichte und Texte gegen Ehrenmord vorgetragen und eine Gedenkminute eingelegt. Auch Forderungen werden formuliert, wie die Notwendigkeit einen Straftatbestand „Zwangsheirat” in das Strafgesetzbuch einzufügen.
Übrigens liegt im Rathaus Rees auf dem Ständer des Kreis-Jugendamtes ein Infoblatt aus: „Angst vor dem Ehrenmord”. Dort sind die Beratungsstellen Agisra, Köln, Solwodi, Duisburg und „Terres des Femmes”, Tübingen aufgelistet. Zudem sind Polizei und Jugendamt Ansprechpartner.
Peri - Verein für Menschenrechte & Integration e.V. und Terre des Femmes e.V. rufen alle Bürger auf, an der Demo, Kundgebung und Mahnwache am 16. Mai in Stuttgart teilzunehmen und sich mit den betroffenen Frauen zu solidarisieren.
Der Protestzug startet in Stuttgart um zwölf Uhr am Josef-Hirn-Platz. Die Kundgebung und Mahnwache „zum Gedenken an die Opfer von Ehrverbrechen Gülsüm Semin und Morsal Obeidi” beginnen um 13 Uhr am Platz Kronprinz-/ Ecke Büchsenstraße.
15:18
dann mach es doch !
nicht - man - !
12:42
Man sollte hier vor ort ein zeichen setzrn,das wir hier in rees solche männer nicht dulden,einfach immer noch traurig ,wenn wir an sie denken