Thema Sicherheit kommt zu kurz
17.01.2012 | 17:08 Uhr 2012-01-17T17:08:00+0100
Rees. Die Zufahrten für die Rettungswege weisen einen Abstand von bis zu 1000 Metern auf. „Reicht nicht“, sagen die Wehrleute.
Das Thema Sicherheit spielt bei der Deutschen Bahn offenbar keine große Rolle. Dieser Vorwurf wir seitens der Stadt Rees laut. „Das beschriebene Konzept mit seinem etwas mehr als einseitigen Umfang wird der Bedeutung des Themas nicht gerecht“, so der Wortlaut der Stellungnahme für den Planabschnitt 3.1 Haldern. Es fehlten in den Unterlagen zur Planfeststellung konkrete Lösungsansätze, um für den Fall eines Unfalls gerüstet zu sein. Überhaupt habe es bislang keine konkrete Abstimmung des Zuwegungskonzeptes mit dem Kreis Kleve gegeben. Dieser ist bekanntlich im Kreisgebiet für den Rettungsdienst und Katastrophenschutz zuständig.
In den Unterlagen der Bahn, die die Stadt ins Netz gestellt hat, gibt es einen Übersichtsplan, in dem Wege für Rettungsdienste markiert sind. Insgesamt fünf solcher Rettungswege sind auf dem rund 3,6 Kilometer langen Abschnitt von der Stadtgrenze Hamminkeln bis zum Ende des Planabschnitts 3.1 eingezeichnet.
im Bereich des heutigen Bahnübergangs Antonieweg (von der B8 aus), Bahnkilometer 42,095
rund 500 Meter hinter dem BÜ Ersatzbauwerk Antonieweg Richtung Emmerich, km 42,610
in Höhe von Haus Sonsfeld, km 43,130
über die Wohnstraße, Verlängerung Blankenburgstraße, km 44,020
durch das Gewerbegebiet Im Hollerfeld zur Trasse, km 45,010.
Zufahrten sind zu weit auseinander
In der Erreichbarkeit der Bahnanlagen liegt einer der wesentlichen Schwachpunkte des Sicherheitskonzeptes. Die Zufahrten weisen einen Abstand von bis zu 1000 Meter auf. Grundlage für die Stadt Rees ist aber das in zweijähriger Arbeit entwickelte Sicherheitskonzept des Arbeitskreises Streckensicherheit Betuwe. In diesem Gremium haben unter anderem Wehrführer und Stellvertreter der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren aller sieben Anrainerkommunen mitgearbeitet. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass Rettungswege zur Bahntrasse mindestens alle 200 Meter notwendig sind.
Es fehlen der Stadt zudem Unterlagen zu den Rettungswegen in Hinblick darauf, wie sie für die dauerhafte Nutzung befestigt werden sollen. Weil diese bei größeren Einsätzen einer Belastung von 40 Tonnen standhalten müssen. Wendeanlagen müssten nach neuesten Richtlinien einen Durchmesser von 18 Metern aufweisen. Weiterhin werden Ausweichtaschen mit einer Länge von 30 Metern und einer Breite von drei Metern sowie Aufstellungsflächen für Einsatzfahrzeuge gefordert, um im Ernstfall eine reibungslose Abwicklung für die zu- und abfahrenden Rettungs- und Einsatzfahrzeuge zu gewährleisten. Platz soll mindestens für vier Fahrzeuge bleiben, besser für sechs. Auch die Durchfahrtshöhe der Bauwerke mit den beschriebenen 3,50 Metern wird kritisiert. „Reicht nicht“, heißt es in der Stellungnahme. Damit auch die größten Fahrzeuge durchkommen, sind mindestens vier Meter nötig.
Weiterer Unsicherheit gibt es beim Thema Löschwasser. Sichergestellt werden muss, dass es in ausreichender Menge verfügbar ist. Auch daran mangelt es laut Stadt.
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