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Roman über Jesus Zwillingsschwester

25.02.2010 | 13:37 Uhr
Roman über Jesus Zwillingsschwester

Rees. Michael Gantenberg hat sich seine eigenen Gedanken über Jesus Familienverhältnisse gemacht. Das Ergebnis ist sein erster Roman "Neu-Erscheinung”. In dem bekommt der Messias eine Zwillingsschwester namens Hannah - "Die Messias". Hannah will nach 2000 Jahren ein normales Leben führen.

Jesus hat eine Zwillingsschwester gehabt, die unsterblich ist und nach 2000 Jahren ein ganz normales Leben führen möchte: Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen.

Michael Gantenberg hatte sie und schuf in seinem ersten Roman „Neu-Erscheinung” mit der Figur der Hannah „Die Messias”. Michael Scholten, Journalist aus Rees, hatte den Kontakt zu dem preisgekrönten Comedyautor geknüpft, sodass dieser auf seiner Lesetour in der Stadtbücherei vor etwa 30 Zuhörern aus seinem Erstlingswerk las.

Kurzweilig, witzig, niveauvoll

Obwohl Gantenberg eigentlich nicht eine Lesung im klassischen Sinne bot, denn der Abend entpuppte sich dank der Persönlichkeit des Mannes aus Soest als Unterhaltungsabend mit Erlebnischarakter. Kurzweilig, witzig und gleichzeitig niveauvoll, solch eine Melange findet man zwischen zwei Buchdeckeln eher selten. Und wenn einzelne Kapitel daraus auf solch humorvolle Art präsentiert werden, macht Literatur einfach wieder Spaß.

Und Michael Gantenberg scheint ein neues Betätigungsfeld gefunden zu haben. Er wurde, wie er ausführte, von der Muse geküsst, weil er „wegen der Krise des Fernsehens” den Wunsch hatte, in seiner Arbeit autonom zu sein. Daher erscheint im Mai schon sein nächster Band und für 2011 hat er auch schon „mit einem Esel in der Uckermark” recherchiert.

Zurück zum Titel „Neu-Erscheinung”, in der er zwei Geschichten parallel erzählt. Die des Lokalredakteurs Paul Elmar Litten, der unter dem Pseudonym Bella Gabor den Fortsetzungsroman „Die Messias” schreibt. Der schlägt in Westfalen ein wie eine Bombe, denn er trifft mitten in die katholische Befindlichkeit zur Rolle der Frau. Auch seine Gattin, die bei der katholischen Kirche beschäftigt ist, zeigt sich zwar zunächst entsetzt, schlägt sich aber immer mehr auf die Seite der Messias. Und rettet – im zweiten Erzählstrang beschrieben – zum Schluss sogar ihre Ehe.

Bereit über Kritik nachzudenken

Auf diese Weise lässt Gantenberg in seinem Buch viele Charaktere mit ihren unterschiedlichen Ansichten und Eigenarten lebendig werden, die uns irgendwie bekannt vorkommen. Fazit zum Schluss: Dieses Buch kann man auch in katholischen Gegenden lesen. Wenn man denn Humor hat und bereit ist, über Kritik nachzudenken. Man kann es auch hören, denn inzwischen ist ein Hörbuch mit Bastian Pastewka als Sprecher auf dem Markt; eine Verfilmung fürs Fernsehen ist angedacht.

Gisela Behrendt

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