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Öffentliche Vergabe und Erschließungskosten im Visier

04.06.2008 | 18:18 Uhr

WIRTSCHAFTSFORUM. Der Arbeitskreis Stadtentwicklung will sich stärker einbringen. Daher wurden seine Mitglieder befragt.

Ruth Pollmann, Tochter des ehemaligen Ortsvorstehers von Mehr Lambert Pollmann, ist Vorsitzende des Arbeitskreis.

REES. Der Bürgermeister soll nicht unbedingt begeistert gewesen sein, als er, geborenes Mitglied des Wirtschaftsforums, informiert wurde, dass der neue Arbeitskreis "Stadtentwicklung" die Arbeit von Rat und Verwaltung mehr unter die Lupe nehmen will. Dabei möchte sich der Arbeitskreis nicht als Kontrollorgan verstanden wissen, "vielmehr", so seine Sprecherin, Architektin Ruth Pollmann aus Mehr, "wollen wir uns stärker einbringen und die Stadtentwicklung wohlwollend begleiten."

Aufhänger war die Bebauung des ehemaligen NIAG-Geländes. Hier hatte das Wirtschaftsforum ebenso wie die Reeser Werbegemeinschaft das Gespräch mit dem Investor gesucht. "Dadurch, dass wir sofort gezeigt haben, dass wir das Projekt aufmerksam verfolgen, wird der Investor bemüht sein, eine Arbeit vorzulegen, die auf positive Resonanz stößt", glaubt Pollmann. "Jetzt erwarten wir Taten."

Vorteil der Gestaltungssatzung

Der Arbeitskreis hatte Anfang Mai einen Fragebogen an die Mitglieder geschickt, um zu erfragen, welche Projekte der Stadtentwicklung besonders begleitet werden sollen. "Hier ist das NIAG-Gelände mehrheitlich genannt worden. Wir warten aber noch auf die restlichen Antworten." Auch die Gestaltungssatzung könnte Thema im Arbeitskreis werden. "Beim NIAG-Gelände sehen wir aber, wie wichtig eine Gestaltungssatzung für die Innenstadt ist", begrüßt die Architektin diese Vorgabe. "Dennoch braucht der Planer ein Maß an Freiraum. Er ist ja auch durch das Baurecht begrenzt. Wir hoffen, dass hier mehrere Läden entstehen, die die Kaufkraft weiterhin an Rees binden, denn das Einzelhandelsgutachten bewertete ja Rees positiv."

Ein weiteres Betätigungsfeld des AK: Probleme mit Erschließungskosten. "Wir werden uns vorrangig um die von Gewebegebieten kümmern", so Pollmann. "Es müssen uns aber konkrete Fälle genannt und Vollmacht erteilt werden, um hier nachforschen zu können." Zum Thema "Vergabe" wird das Wirtschaftsforum die städtischen Ausschreibungen auf ihrer Internetseite veröffentlichen. "Hier bemängeln unsere Mitglieder, bei Ausschreibungen nicht berücksichtigt worden zu sein, weil ein Externer nur unwesentlich günstiger war."

Auch dem Wunsch des Arbeitskreises, einen Sitz als sachkundiger Bürger im Bauausschuss zu bekommen, ohne einer Partei anzugehören, wird wohl entsprochen werden.

Der AK "Stadtentwicklung" wird auch für die Ortsteile aktiv. Persönlich würde sich Ruth Pollmann wünschen, dass die Wasserflächen, die es in Rees gibt, besser für Leben und Wohnen genutzt würden. "Sie stellen für die Stadt ein Alleinstellungsmerkmal dar. Auch für mehr Gastronomie an der Rheinpromenade müsste ein Weg gefunden werden. Es gibt eben viel zu tun." (ha)FRAGEBOGENBeim Fragebogen "Wie klappt es eigentlich mit den Behörden?" wurde nach der Wichtigkeit folgender Themenbereiche gefragt: Ausweisung von Gewerbeflächen, Erließung-, Erschließungskosten, Ausschreibung/Vergabe durch die öffentliche Hand, städtebauliche Einzelprojekte, allgemeine städtebauliche Entwicklung. Zudem wurde abgefragt, ob es ein konkretes Problem gibt, dem sich der Arbeitskreis widmen soll.

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