Nicht warten – starten
03.07.2009 | 17:12 Uhr 2009-07-03T17:12:00+0200
Rees und Kalkar fordern den Weiterbau der B 67n. Somit soll auch aktiv die heimische Wirtschaft gefördert werden. Kritische Töne fand Kalkars Ex-Bürgermeister Karl-Ludwig van Dornick, selbst Unternehmer im Gewerbegebiet Kehrum, über die Nachbarkommune Uedem, die gegen den Ausbau ist.
„Seit Jahren fordern wir den Weiterbau der B 67n und damit den Lückenschluss.” Das, unterstrich gestern Kalkars Bürgermeister Gerd Fonck, müsse endlich geschehen. Um der Forderung Nachdruck zu verleihen, stellten Fonck und sein Reeser Amtskollege Dr. Bruno Ketteler ein 48 Quadratmeter großes Schild vor, das am Ende der B 67n bei Kehrum im Feld steht. „Nicht warten – starten”, steht drauf. „Zum raschen Weiterbau gebe es auch wirtschaftlich keine Alternative”, sagten anwesende Unternehmer. Geld sei dank des Konjunkturpaktes II abrufbar, deshalb müsse ab 2011 gestartet werden.
„Die Unternehmer sowohl in Kalkar als auch in Rees könnten schnell von der Fertigstellung der B 67n profitieren”, stellte Kalkars Bürgermeister bei der Vorstellung der Großtafel bei Kehrum klar. Fonck erinnerte daran, dass auch die Autobahn-Auffahrt bei Uedem mit Mitteln aus dem Projekt „Kalkar 2000” finanziert worden sei.
Gerade jetzt in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sei es Zeit, ein Zeichen zu setzen und aktiv heimische Firmen zu fördern und Perspektiven zu entwickeln. Bei der Realisierung des Weiterbaus müsse jedoch gewährleistet sein, so Fonck weiter, dass das Gewerbegebiet Kehrum mit Auf- und Abfahrten direkt an die B 67n angeschlossen bleibt. „Es geht natürlich nicht, dass Lastwagen erst auf die B 57 abbiegen und dann durch Kehrum fahren müssten”, stellte Kalkars Erster Bürger klar.
„Die wirtschaftlichen Argumente, die Kalkars Bürgermeister genannt hat, gelten gleichermaßen für Reeser Unternehmer”, betonte Dr. Bruno Ketteler. Das unterstrich beispielsweise Spediteur Willi Hövelmann: „So ist das eine abgehakte Sache”, kritisierte der Unternehmer das derzeitige Ende der Bundesstraße.
Auffahrten müssen gewährleistet sein
Dabei müsse man schnell mit den 40-Tonnern ins Ruhrgebiet kommen. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee habe noch jüngst mit Blick auf Speditionen vom „Rückgrat der Wirtschaft gesprochen”. Da müsse jetzt auch etwas passieren.
Ähnlich äußerten sich Vertreter von Pfeifer & Langen, Bofrost und Friesland Deutschland.
Kritische Töne fand Kalkars Ex-Bürgermeister Karl-Ludwig van Dornick, selbst Unternehmer im Gewerbegebiet Kehrum, über die Nachbarkommune Uedem, die immer noch laut Ratsbeschluss von Anfang 2000 gegen den Ausbau der B 67n ist. „Die mauert, weil sie ihr Gewerbegebiet erst mal voll haben will”, mutmaßte er. Für Kalkar sei der jetzige Zustand jedenfalls „ein Standort-Nachteil”.
Schützenhilfe bekamen die Befürworter von der anwesenden Polizei. Die erhofft sich, was das Verkehrsaufkommen in Kalkar betrifft, eine „erhebliche Entlastung”.
Die Nachbargemeinde Uedem sperrt sich
Wie wichtig der Lückenschluss wird, so Gerhard Fonck, zeige die Entwicklung des Flughafen Niederrhein. Da kämen die Fluggäste aus östlichen Landesteilen über die B 67n. Politik und Unternehmer aus Kalkar und Rees fordern den Weiterbau der B 67n.
Der Weiterbau der B 67n auch als Verbindung zwischen A 57 und A 3 ist seit Jahren Thema. Im Frühjahr 2005 wurde im Linienbestimmungsverfahren die Linienführung der B 67n bestimmt – damals gab's drei Varianten, eine führte direkt am Wald entlang. Im August 2008 wurde die Genehmigung zur Erstellung des Vorentwurfs zur Planfestellung erteilt – der Baubeginn, meinen Fonck und Ketteler, könnte, wegen des Konjunkturpakets II, „bei stringenter Planung im Jahre 2011 erfolgen".
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