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Karneval

Mit 'nem Zelt wärst Du der Held

15.02.2010 | 17:16 Uhr
Mit 'nem Zelt wärst Du der Held

Rees. Närrischer Umzug rollte unter Jubel durch Rees, Harmonie-Frauen zogen als „Hut Couture” die Blicke auf sich.

Thermounterwäsche war in diesem Jahr nicht nur für die Teilnehmer des Rosenmontagszugs Pflicht. Aber die Überraschung zuerst. Anno 2010 gab es die Party im Zelt doch! Aller Presseberichte zum Trotz. Ihr Motto: „Liebe Stadt Rees: Mit 'nem Zelt wärst du der Held!!“ Die Gruppe „Master of Disaster“ hatte sich den NRZ-Artikel über die Ablehnung eines Rosenmontagszeltes auf dem Markt zu Herzen genommen und das Party-Zelt kurzerhand auf ihren Wagen verfrachtet.

Getränkestand Venezia

Und der ist schließlich erlaubt und bot beste Partyfläche auf dem Markt nicht nur für geladene Gäste. Eine ähnliche Idee hatte der Reiterzug der Feldmarker Schützen, die sich zwar nicht ziehend am Umzug beteiligten, wohl aber ihren venezianischen Getränkestand von Hand von Station zu Station zog und die Zugteilnehmer beköstigte. Auch sie starteten an der Weseler Straße. Insgesamt 32 Wagen, Fußgruppen und Kapellen setzten sich mit etwas Verspätung zum närrischen Lindwurm in Bewegung. Bunt kostümierte Narren säumten trotz klirrender Kälte den Wegrand.

Esserdener Hippies

Das Warten hatte sich gelohnt. Wunderbar anzusehen die Kapelle aus Didam mit ihren gelb-roten Uniformen, die den Zug anführte. Erstmals im Rosenmontagszug dabei waren die kleinen Esserdner Hippies mit selbstgenähten Kostümen. 75 Prozent Rabatt auf den Impfstoff gegen Schweinegrippe versprachen die Schützenjugend und der MCV Millingen. Neben der Roten Kreuz Fahnen hatten sie auch quicklebendige Schweine an Bord. Schließlich schützt auch Alkohol aus der Superspritze gegen Viren. Saugut sah das auf den Wagen gepinselte Schwein aus. König Mike und Königin Ellen aus Esserden kamen mit Wikingern, gilt doch der König als Schwedennarr. Die Empeler Schlafmützen machten ihrem Namen keine Ehre, sondern sorgten mit ihrem Samba-Express für beste Stimmung. Königin Anja Helling aus Bienen brachte gleich ihre Burg mit sowie große und kleine Rittersleut. Eine wunderbare Burgkulisse reihte sich in den Zug ein.

Sand statt Kamelle

Aktueller hätte kein Wagen sein können, als der des 7. Zugs aus Bienen. Denn mit einsetzendem Schnee am gestrigen Morgen stellten sie den neuen Mitarbeiter des Bauhofs vor: „der Sandmann“. Klar, dass hier mit Streusand statt Kamelle geworfen wurde. Die Feldmarker Schützen sind die neue Fahrradverkehrswacht. Ihr Motto „Rees als fahrradfreundlich empfohlen, in Haldern werden die Schilder gestohlen“. Immerhin ihre Radwegweiser führten gestern zur Ziegenstadt Rääs. Die Schalker gaben es zu: Sie sind Titelträumer, als solche zogen sie beklatscht durch die Stadt. Heute Abend wird sich zeigen, ob die „Unentwegten“ ihre Bauern losgeworden sind. „Bauersucht Frau“ lautete ihr Motto.

Sieben Solo-Männer

Ja, ist denn schon Weihnachten. Foto: Dirk Schuster

Tatsächlich befanden sich sieben Solo-Männer auf dem Wagen. Bewerbungen konnten im Briefkasten hinten am Wagen eingeworfen werden. „Hut Couture“ maßgenaues Auge, scharfer Blick, so präsentierten sich die Harmonie-frauen mit spitzen schwarzen Hüten und gelben Maßbändern, während sich die kfd-Frauen als Piraten im Zug wiederfanden. Schließlich schoben sich noch Mauerreste durch die Straßen. Reste vom Sch(immel)(ul)zentrum. Ein trauriges Thema witzig umgesetzt. Da schauten die BSV-Stadt-Jungschützen als Hello Kitty lieber durch ihre rosarote Brille. Und die Räääße Jecken waren sich einig: Das war wieder einmal ein bunter Zug mit tollen Themen.

Die Bildergalerie

Elisabeth Hanf

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