Mit Boris in der Besenkammer
14.02.2010 | 16:57 Uhr 2010-02-14T16:57:00+0100
Rees. Der Bürgerschützenverein Rees bot eine herausragende Sitzung. 250 Narren - viele maskiert - honorierten dies mit viel Applaus.
Viele tolle Karnevalsfeste hat der Reeser Bürgerschützenverein erlebt, doch die Veranstaltung am Samstag im Bürgerhaus gehört zu den absoluten Höhepunkten in der Karnevalsgeschichte der Stadtschützen. Irgendwie muss es Major Peter Eyting schon geahnt haben, als er sich für das Kostüm von Kaiser Franz-Josef entschieden hatte. Schließlich stand er im Laufe des Abends Queen Elizabeth persönlich gegenüber.
Etwa 250 Karnevalisten waren bestens kostümiert zu dem Fest gekommen, wohl ahnend, dass der amtierende Thron mit Königin Melanie Kliemann und König Rolf Sent ein tolles Programm auf die Beine stellen wird. Auffällig viele Masken tummelten sich im Saal. Schon begann das große Rätselraten. Wer verbirgt sich hinter dem Kiepenkerl, wer ist die Rääße Zick, wer der Scheich, der Hahn, Michael Schumacher, Boris Becker, Oliver Kahn, Prinz Charles, Madonna oder Edmund Stoiber?
„Wetten, dass nicht” mit illustren Gästen
Dann tat sich auf der Bühne der Vorhang auf mit einer wunderbaren „Wetten, dass nicht” Kulisse. Thomas Gottschalk (Lutz Möllmann), selbst die Größe stimmte, begrüßte seine Gäste, die inzwischen auf dem Sofa Platz genommen hatten, nachdem sie das Ende des Abends vorausgesungen hatten: „Wir feiern die ganze Nacht.” Horst Schlemmer (Mathias Kemkes), Arnold Schwarzenegger (Heiner Gerads), Michael Jackson (Elli Kemkes), Nina Hagen (Andrea Möllmann), Madonna (Veronika Sent) auf schwindelerregenden hohen Highheels, die Gästeliste war in dieser „Wetten, dass nicht”-Ausgabe illuster.
Bewundernswert, wie lange die Akteure es unter den Masken aushielten. Denn erst um 21.30 Uhr sollte die Saalwette aufgelöst werden. „Wetten, dass es nicht alle Zugführer schaffen, pro Zug fünf Personen zur Feier zu holen.” Doch da kannte Thomas Gottschalk die kreativen Schützen-Männer schlecht.
Die Züge sorgten für zusätzliche Gäste
Rittmeister Hein Eyting hatte seinen Reiterfreund Georg Raadts aktivieren können, der mit seiner Frau in echter Schützenuniform von Bergs-wick angebraust kam. Und Ludger Rösen vom II. Zug hatte auf die Freundschaft des Reeser Wirtestammtisches gesetzt und gleich aus den Nachbarlokalen Inhaber, Bedienstete und Gäste angeheuert. Schließlich zogen über 30 Wetteinlöser in den Saal. Als Wetteinsatz muss der Thron zum Krönungsball 60 zusätzliche Gäste aktivieren. Auf der Bühne war inzwischen Boris Becker in der Niederrheinischen Besenkammer verschwunden, verführt hatte er Nana Mouskouri (Gerd Rösen), in dieser Rolle schon vor Jahren unvergessen. Michelle Hunziker (Rolf Sent) war der Blickpunkt des Abends und musste sich so manchen Grapscher von Boris Becker gefallen lassen. Trotz der stark behaarten Arme.
Musikalische Einlagen boten die Höhner, das wunderbare Fernsehballett, stramme Männerwaden (Michael Kliemann, auch in der Rolle von Oli Kahn) mit rosa Tüllröckchen stahlen den Frauen die Show. Selbst die Wette, fünf Jungschützen auf die Bühne zu holen, die auf dem Catwalk stolzieren sollten, wurde von den jungen Männern amüsant gemeistert. Und natürlich war die Queen niemand geringeres als Königin Melanie Kliemann.
Als dann noch zur Demaskierung die Ehrenmajorin Magda Dresen mit Boris Becker in der Niederrheinischen Besenkammer verschwand, tobte der Saal. Kurzweilig, karnevalistisch, comedy-reif präsentierte sich der Thron und sorgte so dafür, dass der Abend in ein ausgelassenes Karnevalsfest mündete, wie es besser in Köln nicht gefeiert wird. Ein Kompliment gilt der Band Public Affair, die nicht nur die besten und aktuellsten Karnevalshits im Repertoire hatte, sondern auch die Stimmung der Gäste gekonnt aufgriff.
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