Das aktuelle Wetter Rees 15°C
Politik

Mehr Gestalter als Verwalter

11.08.2009 | 02:31 Uhr

Rees. „Rees ist eine wunderschöne Stadt, in der ich seit 31 Jahren gern lebe. Schauen Sie mit mir allerdings hinter die glänzende Fassade, entdecken Sie zahlreiche Dinge, die geändert werden müssen.”

Das hat Harry Schulz (SPD) auf seine Internetseite geschrieben. Seit 1999 ist Schulz zweiter stellvertretender Bürgermeister, seit 1994 stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Vorsitzender der SPD Rees. Jetzt möchte Schulz Hauptamtlicher Bürgermeister werden, dessen Lebensmotto „Spuren hinterlassen” lautet.

Welche Projekte und Bereiche müssen in Rees vordringlich angegangen werden?

Da möchte ich gleich vier Punkte umreißen:

1. Runder Tisch für Bildung

2. Schnüren eines Sicherheitspakets, das folgende Punkte umfasst: Aufbau einer Notfallhilfe (First Responder), Bahnlinie Lärmschutz,Rettungszug in Emmerich, schnelle Umsetzung des Brandschutzbedarfs-plans, sofortiger Baubeginn des Feuerwehrgerätehauses in Haffen, besondere Förderung der Jugendfeuerwehren, aus den Jugendfeuerwehren kommt schließlich der Nachwuchs. Dies ist eine gute Investition in die Zukunft, erhält sie doch unsere ehrenamtlichen Feuerwehren und sichert den Brandschutz, Kernkraftwerksfläche Bislich-Vahnum (Hälfte auf Mehrer Gebiet) in Hochwasserschutzfläche verwandeln.

3. Wirtschaft/Umwelt: schnellere Abwicklung von Genehmigungsverfahren, Überprüfung der Vergabepraxis, mehr persönliche Kontakte durch den Bürgermeister, verstärkter Einsatz von regenerativen Energien, Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden, Ansiedlung von Branchen mit Zukunft: erneuerbare Energien, Gesundheit, Kreativwirtschaft,

4. Stadtentwicklung: keine Auskiesungen mehr, keine Bebauung der Lindenallee, Neubau des Hallenbades mit Passivhaustechnologie, Konzept Reeser Meer: Freibad, Jugendcamp, naturnaher Erholungsraum. Bei zukünftigen weiteren Deichsanierungen, Radwege auf der Deichkrone, Ausbau des bestehenden Radwegenetzes, Wohnmobilstellplätze in den Ortschaften. Sanierung bzw. Erweiterung bestehender Sportanlagen

Was stellt dabei die größte Herausforderung dar? Und warum?

Sicher der runde Tisch für Bildung, bei dem Experten aus der Stadt Möglichkeiten diskutieren sollen, wie z.B. die hohe Anzahl von 30 Prozent Schüler ohne Abschluss in Zukunft vermieden werden kann. Das ist bisher nicht angegangen worden, ich sehe aber darin eine Verantwortung des Bürgermeisters und des Rates, allen Kindern die beste Bildung zu ermöglichen. Das kann beispielsweise mit mehr Ganztag, dem Recht auf einen Hauptschulabschluss, kostenlosem Essen, Sprachförderung schon im Kindergarten umgesetzt werden.

Wie sollte die Kommune auf den demographischen Wandel reagieren?

Mit größerer Barrierefreiheit in Gebäuden und Straßen und der Etablierung neuer Wohnformen – wobei eine Stadt nur eine Diskussion darüber beginnen kann – jetzt die Gespräche mit Älteren beginnen (die neuen Alten ab 60 haben völlig andere Ansprüche als die jetzt 70/80-Jährigen), Geschäfte etc. müssen fußläufig zu erreichen sein, obwohl fast alle motorisiert sind.

An welchen Punkten muss die Stadt familienfreundlicher werden?

Kostenloses Mittagessen in Kindergärten und Grundschulen, besonders für Alleinerziehende, die zu den Familien mit dem höchsten Armutsrisiko gehö-ren, Integration durch Sprache, Ogata in allen Ortsteilen, also auch in Mehr, Ganztag für alle im Schulzentrum.

Was macht Rees als Kommune unverwechselbar und attraktiv?

Natur, Landschaft am Niederrhein, Rhein, Promenade, Fahrradtouren, Radwege auf den Deichen, wenig Gewalt, noch günstige Mieten.

Und was ist das Pfund, mit dem sie wuchern kann? Und auf das Sie politisch aufbauen können?

Ausbau des Reeser Meeres für die Bevölkerung, insbesondere für die Jugend mit Hilfe der Vereine: Schwimmbad, Jugendcamp, Fahrradstation, Wassersport wie Segeln, Tauchen, Rudern, Gastronomie, ein Weg, der näher an das Gelände heranführt.

Welche Auswirkungen befürchten Sie für die Stadt durch die Wirtschaftskrise?

Ich befürchte weniger Steuereinnahmen in allen Bereichen.

Mit welchen Mitteln kann Rees gegensteuern?

Nur mit konsequenten Energieeinsparungen, Senkung der Betriebskosten an städtischen Gebäuden, Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden, neue Finanzierungswege prüfen, durch nachhaltige Investitionen Steueranteil erhöhen: z.B. Reeser Meer, Ansiedlung von zukunftsorientierten Unternehmen wie erneuerbare Energien, und solche in Gesundheits-, Kreativwirtschaft.

Wie kann die Kommune dazu beitragen, den Standort für Mittelstand und Einzelhandel zu stärken?

Indem die Gewerbegrundstücke schneller und effektiver vermarktet werden, mehr Aufenthaltsqualität in Rees (Gastronomie am Rhein/Markt) schaffen, intensivere und persönliche Gespräche mit RWG und Wifo.

Wie stellen Sie sich die Stadt 2025 vor?

Ich stelle mir Rees als Stadt vor, in der es sich gut leben und arbeiten lässt, eine Stadt,die einen hohen Wohn- und Freizeitwert hat, mehr Arbeitsplätze, eine klimaorientierte Kommune ist und eine Bildungs-Kommune.

Warum sind Sie der beste Bürgermeister für Rees?

Ich nenne die Probleme beim Namen und packe sie an. In diesem Sinne bin ich mehr der Macher und Gestalter als der reine Verwalter. Die Verwaltungsexperten haben wir ja im Rathaus.

Maria Raudszus

Facebook
 
Kommentare
11.08.2009
13:12
Mehr Gestalter als Verwalter
von det | #1

eins fehlt da wohl noch....was ist mit denn jugendlichen die ständig den stadtgarten verwüsten duch ihre alkoholexessen?das wird wohl wie so oft in rees auf der strecke bleinen..das stadtservicetaem macht da ja auch nichts dagegen ...es wundert mich immmer wieder das die noch keine autogramme geben...den ganzen tag durch rees laufen und nicht eingreifen wenn die schnapspullen durch die gegend fliegen.doch eins können die alte leute ansprächen wenn sie das geschäft ihres hundes liegen lassen ..das ist nicht gut fürs stadtbild von Rees...aber die schnapsflaschen und tetrapacks im stadtgarten das ist ok für das stadtbild Rees...na Toll weiter so..

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/72375/create

Aktuelle Fotos und Videos
2 Tage Stadtfest
Bildgalerie
Musik und Shoppen
Feuerwehr feierte
Bildgalerie
Haldener Feuerwehr
Brand auf Campingplatz
Bildgalerie
FEUERWEHR
Fruehlingsmarkt
Bildgalerie
Markt lockte ins...
Aus dem Ressort
Heute zählt das gesprochene Wort
Kultur
Die NRZ präsentiert den 1. Haldern Poetry Slam.
Güterzüge halten jetzt mitten im Ort
Bahn
Schließzeiten haben sich noch weiter verlängert, seit das Stellwerk in Betrieb ist.