Lauter Jubel für leise Melodien
18.10.2011 | 14:08 Uhr 2011-10-18T14:08:00+0200
Haldern. The Legendary Lightness überzeugten in der Haldern Pop Bar. Die Schweizer erzeugten eine zarte Klangatmosphäre
Trotz ihres wilden Aussehens spielten die drei bärtigen Mitglieder der Schweizer Indie-Pop Gruppe The Legendary Lightness ein ruhiges einfühlsames Konzert in der Haldern Pop Bar.
In ihrer Konstellation aus zwei Gitarren und einem Schlagzeug bzw. einem Klavier anstatt der Solo-Gitarre erzeugten sie eine größtenteils sehr leise und zarte Klangatmosphäre. Dadurch, dass die Rhythmus-Instrumente – also Basstrommel und Akustik-Gitarre – durch Polster sehr stark gedämpft waren, klangen sie sehr dumpf und lenkten das Augenmerk auf die herausstechende Melodien. Dazu der englischsprachige Gesang des Frontmannes und Rhythmusgitarristen, Daniel Huber, oder die diversen Soli des Gitarristen und Pianisten Dominik Huber. Am hervorstechendsten war das Melodica-Spiel des Perkussionisten Dominic Opplinger, der zwar parallel dazu mit seiner großen Stand- und der Basstrommel des Schlagzeugs das rhythmische Grundgerüst erzeugte, aber eben auch mit der Melodica und dem Xylophon bewegende Melodien spielen konnte.
Bekannter Ort in
der Indie-Szene
Die beiden unterschiedlichen instrumentalen Aufstellungen der Gruppe hatten jeweils ein ganz anderes klangliches Bild zur Folge: Spielten zwei Gitarristen, waren die Werke der Gruppe melancholisch und ruhig angehaucht. Die Melodien waren langsam und gingen ohne Kontraste ineinander über. Bediente Huber allerdings das Klavier, so waren die Lieder durchweg flotter, sie hatten leichte Jazz-Anklänge und auch der Schlagzeuger spielte belebtere Rhythmen. Trotzdem blieben auch diese Stücke immer noch einfühlsam und wurden keinesfalls zu aufdringlich. Auch dort stach keines der drei Hauptinstrumente durch verstärkte Anspielweise hervor.
Und eben diese zugrundeliegende Ruhe erzeugte eine dichte Atmosphäre, die weder am Publikum noch an den Musikern selbst spurlos vorüberzog. Wo sich die Zuhörer zusehends stärker im Rhythmus bewegten, schauten die drei jungen Männer auf der Bühne verträumt ins Leere und waren total von ihrer Musik ergriffen. Als diese schließlich die Bühne verlassen wollten, forderte die Zuhörerschaft lauthals eine Zugabe, welche die drei Schweizer mit Freude gaben. Das Publikum spendete lang anhaltenden Applaus und jubelte stürmisch.
Nach dem Konzert betonte Daniel Huber wie sehr er sich gefreut habe, hier auftreten zu können: „Es hat unheimlichen Spaß gemacht und es ist einfach toll in der Haldern Pop Bar spielen zu dürfen, weil es ein sehr bekannter Ort in der Independant-Szene ist.“
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