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Klezmer gemischt mit Hiphop-Beats brachte das Publikum beim Haldern Pop zum Tanzen

13.08.2011 | 14:30 Uhr
Klezmer gemischt mit Hiphop-Beats brachte das Publikum beim Haldern Pop zum Tanzen
Deutlich rockiger beim Haldern-Pop-Festival 2011 in Rees: Gisbert zu Knyphausen. Foto: Johannes Kruck / WAZ FotoPool

Rees.   Der Regen hielt sich am Freitagabend zurück. Daher konnten sich die Besucher des Haldern Pop in Rees-Haldern voll und ganz an den Bands und Musikern erfreuen - zum Beispiel an Gisbert zu Knyphausen, Socalled, The Wombats oder Dry the River.

Bei all der Diskussion um Sicherheit ist es erfreulich zu sehen, wie friedlich das Haldern-Pop-Festival in Rees-Haldern in diesem Jahr wieder über die Bühne geht. Haldern bleibt Haldern. Und auch der Regen hielt sich trotz bedrohlich wirkender Wolken am Freitagabend zurück. So konnte sich das Publikum voll und ganz an den Bands erfreuen. Wie etwa an Socalled, der am späten Freitagnachmittag das Spiegelzelt zum Kochen brachte.

Der Kanadier mit jüdischen Wurzeln mischte Folklore und Klezmer mit Hiphop-Beats – da musste man einfach mittanzen. Der Wortakrobat brachte hervorragende Musiker mit, die seine neuartigen Ideen gut umsetzten. Dabei dürfte kaum jemand im Publikum gewusst haben, was ihn da erwartet. Das Album erscheint erst demnächst bei Haldern Pop Recordings.

Zeitgleich begeisterte der Poet Gisbert zu Knyphausen auf der Hauptbühne das Publikum. Im Vergleich zu früheren Konzerten in Haldern war die Musik, die seiner Dichtung hinterlegt ist, deutlich rockiger. Sehr gelungen.

Trio "The Wombats" aus Liverpool überzeugte

Die Massen in Bewegung versetzten The Wombats aus Liverpool. Das Trio überzeugte sowohl mit den Stücken des ersten Albums, das eine Mischung aus Rock und Britpop bietet, als auch mit den Liedern des aktuellen Tonträgers, auf dem der Synthesizer eine größere Rolle spielt. Das Rezept zum Erfolg lautete gutes Timing, kräftige Gitarren, starker, klarer Gesang von Matthew Murphy und Musik, zu der die Mehrheit schnell Zugang finden kann.

Eine nicht unwesentliche Minderheit zog es zeitgleich ins Spiegelzelt. Der Zuhörer tauchte in eine völlig konträre Welt ein im Vergleich zu The Wombats: Hier gab James Vincent McMorrow solo ein denkwürdiges Konzert. Die Besucher hingen dem Singer-Songwriter an den Lippen. Eine wahnsinnige Stimme. Leider war das Klangvolumen der Hauptbühne so bombastisch, das es teilweise McMorrows Darbietung störte. Er wagte es trotzdem ein Stück ohne Mikro zu singen: Es gab tosenden Beifall.

Sänger Will Sheff und die zu hohen Töne

Einen der begehrten Plätze zur Abendzeit auf der Hauptbühne bekamen Okkervil River: Sänger Will Sheff verirrte sich hin und wieder in zu lauten, hohen Tönen. Die trifft er nämlich nicht immer. Dennoch erspielte sich die Band im Laufe des Auftritts mit ihrem melodischen, tanzbaren Poprock immer mehr Zustimmung.

Haldern Pop - Bands I

Miss Li galt im Vorfeld schon als Geheimtipp. Die Schwedin verstand es, ihre poppigen Melodien, auf der Bühne mit Groove, Tempo und überraschend viel Gitarre darzubieten. Das Publikum ging voll mit und genoss Hits wie „Bourgeois Shangri La“.

Mehrstimmiger Gesang und eine ordentliche Portion Rock: Das gab’s bei Dry the River im Spiegelzelt zu hören. Sänger Pete Liddle beeindruckte mit einer äußerst hohen Bauchstimme. Viel Applaus gab’s unter anderem für die Single „New Ceremony“.

Für die „erste Gänsehaut am Freitag“, so Festival-Macher Stefan Reichmann, sorgten Matthew & the Atlas am Freitagmittag in der Haldern Pop Bar, wo auch Josh T. Pearson auftrat. Ihm wollten die Macher noch eine größere Bühne bieten und ließen ihn nach The Wombats auf der Hauptbühne ein paar Stücke spielen.

Geduld mussten die Zuschauer mitbringen, die nach The Wombats den Auftritt von John Grant & Tim Isfort Orchestra erleben wollten. 90 Minuten lang dauerte die Umbaupause. Aber die Wartenden wurden nicht enttäuscht. Mit traumwandlerischer Sicherheit begleitete Isforts Orchester die teils bitterbösen Balladen des Sängers. Nicht aufdringlich, stets wohldosiert. Die rund 500 Zuschauer, die bis spät in die Nacht hinein ausgeharrt hatten, erlebten eine wirklich denkwürdige und beseelte Musik-Nacht.

Fans beim Haldern Pop

 

Marco Virgillito, Markus Peters

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