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Konzert

Kammer-Pop mit Wendy McNeill

12.02.2010 | 16:49 Uhr
Kammer-Pop mit Wendy McNeill

Haldern. In der Haldern Pop Bar hypnotisierte die Kanadierin Wendy McNeill ihre Zuhörer dermaßen, dass es fast gespenstisch still in der sonst so lebendigen Bar war. McNeill erzählte in ihren Liedern poetische Abenteuer und sorgte mit ihren wohltuenden Klängen für Wärme in diesen kalten Tagen.

„Eine leichte Wärme” empfindet Konzertbesucher Jens Heuser, als die Kerzen halb abgebrannt sind und die Musikerin Wendy McNeill die Bühne verlässt. „Es war perfekt abgestimmt, die Atmosphäre, die Musik, einfach alles”, erfreut sich Jens, bevor er den Heimweg durch die Nacht antreten muss.

Es ist kalt am Niederrhein und dennoch erwärmte sich die Haldern Pop Bar für die Songs, die Wendy McNeill mit Hilfe von Stimm-Loops, Akkordeon und Gitarre hierhin zauberte.

Bildlich erzählte Geschichten

Ursprünglich aus der kanadischen Prärie stammend und jetzt in Schweden wohnend spielte McNeill Lieder, die das Halderner Publikum hypnotisierte. Fast gespenstisch still war die sonst so lebendige Bar, emotional gefangen von den „bildlich erzählten Geschichten” wie es Besucher Andre Voss ausdrückte.

In fast familiärer Runde entführte die Kanadierin die Pop Bar in jenen Raum zwischen Fiktion und märchenhafter Wirklichkeit, wo Wölfe ihre Gestalt wechseln, Städte Tränen vergießen und hoffnungslos verliebte Schlangen und ruhelose Hasen wohnen. Sie bilden den Stoff kleiner poetischer Abenteuer in einer Welt, die trotz ihrer Trostlosigkeit immer auch ein bisschen Platz für kleine Wunder und wunderliche Träume ausspart.

Da brauchte es schon einen Weckruf aus der Realität, wie der eines Pop Bar Besuchers, der in der Mitte des Konzertes durch einen Anruf auf seinen Handy aufschreckte und lauthals „Hallo Mama” rief.

Ein Lied für alle Mütter

Die Musikerin nahm sich diesen Aufruf zu Herzen und widmete ihre nächsten Lieder nicht nur dessen, sondern gleich allen Müttern und verführte die Bar erneut und charmant in ihre musikalischen Erzählungen aus Traum und Wirklichkeit.

Es stimmt ein wenig wehmütig dass Wendy McNeills Zauber Haldern nur für eine knappe Stunde entführen konnte, wünschten sich doch viele Besucher diese wohltuenden Klänge auch für die kommenden kalten Abende. Da bleibt nur auf ihr aktuelles Album „A Dreamers Guide to Hardcore Living” hinzuweisen, das – wie passend – auf dem Haldern Pop Label erschienen ist. Ein kleines Stück Wärme für die kalte Wirklichkeit. 

Stephan Hanf

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