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Fachhochschule

Ich bin jetzt richtig wissbegierig

11.08.2009 | 18:31 Uhr

Kleve/Haldern. Er ist 24 Jahre alt, hat eine abgeschlossene Berufsausbildung und ist hochmotiviert. „Pascal Thölke hat sich erfolgreich im Wintersemester 2009/10 an der Hochschule Rhein-Waal eingeschrieben”, steht auf der Urkunde.

Susanne Pesch, Sachbearbeiterin für studentische Angelegenheiten, hat sie ihm gerade ausgehändigt. An diesem Tag geht es im Viertelstundentakt weiter mit den Einschreibungen. 150 Studienplätze sind zu vergeben, davon 100 in Kleve. 200 junge Leute haben sich um die Studienplätze beworben. „Etwa ein Viertel stammt aus dem Kreis Kleve, ein Viertel aus dem Kreis Wesel, der Rest von überall her - Aschaffenburg, Kiel, Stuttgart”, erläutert Susanne Pasch. Sogar ein Syrer ist in Kamp-Lintfort zugelassen worden.

Pascal Thölke kommt aus Haldern. Im Mai hat er in der Zeitung von der neuen Hochschule gelesen und war sofort begeistert. „Ich wollte eigentlich direkt nach dem Fachabitur studieren”, erzählt er, „aber dann wurde ich zur Bundeswehr eingezogen.” Danach absolvierte er eine Ausbildung zum Fachinformatiker. Jetzt wird es also doch noch etwas mit dem Studentenleben: Sieben Semester „International Business and Social Sciences” stehen ihm bevor. Thölke: „Ich hoffe, dass man Einblick in viele Bereiche bekommt und nach dem Abschluss auf einen großen Markt treffen kann.”

Viel zu tun

Bevor es am 21. September losgeht, gibt es noch allerhand zu tun. Einen Bafög-Antrag stellen, eine Wohnung für sich und seine Freundin finden und sein Englisch auf Hochglanz polieren - der Studiengang wird nämlich komplett in englischer Sprache abgehalten. Das, so hofft Thölke, dürfte auch internationalen Konzernen gefallen. Bei der Wohnungssuche ist die Hochschule behilflich. „Die Unterstützung in Kleve ist wirklich sehr groß”, meint Michaela Schmitz, Dezernentin für studentische Angelegenheiten. So hat man beispielsweise zahlreiche Mietanzeigen von Immobilienbesitzern bekommen - angehende Studenten können sich hier bedienen.

Ob die Studenten nebenher viel Zeit für Kino und Kneipe haben werden, wie es für frühere Studentengenerationen selbstverständlich war, bezweifelt Schmitz. Der Leistungsdruck ist hoch, immerzu müssen Punkte gesammelt werden.

Bei der Semestereröffnung wird es dennoch eine Stadtrallye geben, damit die jungen Leute die Umgebung kennenlernen. Aber an das Vergnügen denkt Pascal Thölke momentan ohnehin nicht. Gemeinsam mit anderen lernen, selbständig Probleme lösen, fachlicher Gedankenaustausch - das ist es, worauf er sich freut. „Ich bin jetzt richtig wissbegierig”, sagt er. Noch ein paar Wochen muss er sich gedulden. Aber dann darf er sich so richtig ins Zeug legen.

Andreas Daams

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