Das aktuelle Wetter Rees 15°C
Rees

Gelungene Landung des Dreigesterns

23.02.2011 | 18:13 Uhr
Gelungene Landung des Dreigesterns
So sieht er aus, der Frauenkarneval im Bürgerhaus in Rees. Foto: Bernd Lauter / WAZ FotoPool

Rees.Eine tolle Bühnenshow lieferten die Akteure der Frauenkarnevals im Reeser Bürgerhaus. Mit ihrer Playback-Show zum Finale rissen sie die Besucher zu Begeisterungsstürmen hin.

In Rees werden keine langen Unterhosen mehr in die Altkleidersammlung gegeben. Das ist die Folge der Sitzung der Kfd Rees. Aber dazu später. Dafür landete ein Ufo mit dem Dreigestern auf dem Reeser Marktplatz und spuckte eine elfköpfige blausilberne Besatzung aus. Vor dem Raumschiff 704, einer wunderbaren Weltall-Kulisse auf der Bürgerhausbühne, tanzte der Elferrat „völlig losgelöst“, während das Dreigestern, Gabi Hövelmann mit Mr Spock-Ohren, Monika Scholten und Heike Beyer, das Komando übernahmen.

Passend zum Sternenhimmel war das Publikum mit Leuchtstäben versorgt worden, die bald schon eine prächtige Raumkulisse bildeten. Nicht nur die Bühnenausstattung war mit vielen liebevollen Details versehen, auch die Kostüme der Darstellerinnen waren preisverdächtig. Allen voran Heike Beyer, die als Meta im Leopardenlook, Zöpfen und Strohhut eine ware Augenweide war. Schade, dass ihr Mann Hugo, Eila Braam, sie missverstanden hatte. Vor dem Afrikaurlaub sollte er sich beim Arzt schützen lassen. Er willigte der Kastration ein, dabei hatte Meta nur die Impfung gemeint.

Unvergessen im Reeser Frauenkarneval ist Mariehilde Henning als Rudolph Moshammer. Daisy lebt noch und der Münchener Modedesigner wurde noch einmal zurück ins Leben berufen. Mit einer Modenschau, die die Besucherinnen von den Stühlen riss. Dabei nämlich wurde die Wandelbarkeit der langen Unterhose Modell kfd (keines falls drunter) vorgestellt. Die Damen von Proot Platt bewiesen dabei Kreativität. Wunderbar, wie sie die Unterbuxe mal als Stola, als Bolero über dem Abendkleid, als Nierenwärmer, Kellnerschütze mit Einschub fürs Trinkgeld, Schlabberlätzchen oder Turban vorführten. Besonderen Beifall erhielt Leni Boland, die 84-jährig als Aktive der kfd-Sitzung noch auf der Bühne steht. Als Modells traten auf Hanni van Bruck, Christa Bauckelmann, Toni Stockhorst, Helly Kohnert, Gerda Polmann, Hildegard Hartung, Lisbeth Schneiders, Irmgard und Leni Boland.

Ebenfalls nicht fehlen auf der Bühne darf Christa Ruitter, die als Reisekauffrau bestes Englisch beherrschte, aber sich auch text- und stimmsicher auf der Bühne bewegte. Mariehilde Henning als Nachtwächterin hatte genau im Blick, welche ihrer kfd-Damen über die Stränge schlagen, nicht ohne dabei auch die Männer der Harmonie aus den Augen zu verlieren. Gekonnt gereimt, vieles in Rääße Platt, und bestes Lokalkolorit! Bei der Eheberatung (Lydia Petersen und Dunja van de Mötter) bestach wiederum das perfekt gewählte Outfit. So mancher Mann hätte sich bei Beraterin Heide Witzka an ihre Brust gewünscht. Aber Männern wurde ja der Zutriff verboten. Nur der Bürgermeister war im Foyer zugelassen, dort schenkte er Schnäpschen aus. Elegant und stilsicher trat Christa Scholten als unwissende Reifenkäuferin auf. Angelika Harps und Ulla Dicker hatten sich ins Jahr 2015 gebeamt, in dem eine einfache Pizzabestellung zum Datenaustausch führt.

Als neues Talent auf der Bühne wurde Birgit Hollands entdeckt. In ihrer Rolle als Patient beim Doktor (Waltraud Waters) ließ sie gleich den gesammelten Urin der Familie, inklusive Hund, untersuchen. Einfach köstlich! Und natürlich durften die eigenlichen Stars des Karnevals, Monika Scholten und Gabi Hövelmann, nicht fehlen. Letztere mit Potthut als gar nicht so senile Oma, die Erfinderin des Telefonterrors. Ungebremstes Temperament im Blut hat nach wie vor Monika Scholten, die in mehreren Paraderollen glänzte. Besonders brillant war sie als Fußballfan.

Unterbrochen wurden die Sketche von Tanzeinlagen des Elferrates, die Chefchoreografin Eila Braam einstudiert hatte. Für die perfekten musikalischen Einblendungen sorgte Elferratsmitglied Carmen Knoppik. Der eigentliche Höhepunkt des Abends war die Playbackshow: mit den Proot-Platt-Damen als Michael Jackson-Verschnitt mit Griff zwischen die Beine, Eila Braam als Semino Rossi, Birgit Hollands als Helene Fischer, Angelika Harps als Vicky Leandros, Christa Ruitter als Connie Francis, Bringfriede Verweyen als Marita Köllner, Christa Scholten als Anna-Maria Zimmermann oder Inga Schenk kaum zu unterscheiden von Lena. Und dann tanzte die afrikanische Mama (Dunja van de Mötter) über die Bühne. „Helele“, schrie das Pubikum mit, als sie durch den Saal drehte. Und als dann noch Heike Beyer mit Baströckchen und roter Perücke als Shakira ihr Waka-Waka zum Besten gab, da hieß es nur noch: „Wir tanzen die ganze Nacht“ - und mit Rosi Helmes, die durchs Programm führte, der ganze Saal.

Elisabeth Hanf

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/4323165/create

Aktuelle Fotos und Videos
2 Tage Stadtfest
Bildgalerie
Musik und Shoppen
Feuerwehr feierte
Bildgalerie
Haldener Feuerwehr
Brand auf Campingplatz
Bildgalerie
FEUERWEHR
Fruehlingsmarkt
Bildgalerie
Markt lockte ins...
Aus dem Ressort
Heute zählt das gesprochene Wort
Kultur
Die NRZ präsentiert den 1. Haldern Poetry Slam.
Güterzüge halten jetzt mitten im Ort
Bahn
Schließzeiten haben sich noch weiter verlängert, seit das Stellwerk in Betrieb ist.