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Ganz viel in Eigenleistung geschafft

12.02.2012 | 16:42 Uhr
Ganz viel in Eigenleistung geschafft

Haffen/Mehr.   Das neue Feuerwehrgerätehaus in Haffen ist fast fertig. Ehrenamtliche Helfer und Sponsoren haben Sonderlob verdient

Löschzugführer Peter Roos hat seinen Mannen erst einmal eine Karnevalsauszeit verordnet. Nicht ohne Stolz kann er verkünden, dass das neue Feuerwehrgerätehaus in Haffen zu 98 Prozent fertiggestellt ist. Seit der Grundsteinlegung im April 2011 gab es kaum einen Freitag oder Samstag, an dem nicht acht bis zehn Kameraden vor Ort waren. Der jüngste Feuerwehrmann am Bau ist zwölf, der älteste 62 Jahre alt.

Ein paar Quadratmeter mehr wären wünschenswert

Ein schmuckes Haus ist entstanden, funktionell, ohne Schnickschnack, interessant dank seiner Architektur, wenn auch, so die Feuerwehrleute, hier und da ein paar Meter mehr begrüßenswerter gewesen wären. Gerade sind die roten Spinte angeliefert worden. „Wenn alle im Einsatz sind, wird es eng im Männerumkleideraum“, vermutet der ehemalige Löschzugführer Michael Kleineberg. „Aber vielleicht macht sich auch der demografische Wandel in Haffen und Mehr bemerkbar und die Anzahl unserer Leute nimmt ab.“ Daran ist derzeit nicht zu denken. 19 Jungfeuerwehrleute, 46 Aktive, davon vier Frauen, und 15 in der Altersabteilung machen eine stolze Anzahl aus.

Die Haffen-Mehrer Wehr hat die Gewerke Heizung und Sanitär, Elektroinstallation, Außenpflasterung und Begrünung, die noch folgen wird, als Eigenleistung eingebracht. Ein Baukomitee, dem Peter Roos, Michael Kleineberg, Norbert Landscheidt und Oliver Reder angehören, haben nicht nur die Materialien, Farben und technische Ausstattung ausgesucht, sondern auch die Arbeit organisiert. „Uns hat Architekt Michael Wilmsen unheimlich geholfen“, lobt Roos. Im Parterre sind die Umkleideräume für Männer-, Frauen- und Jugendabteilung mit Toiletten und Duschen untergebracht. Von hier aus geht es direkt in die Fahrzeughalle, in der die beiden Löschfahrzeuge, der Mannschaftswagen und ein Boot und Anhänger Platz finden. „Da die Heizung zu unseren Eigenleistungen gehört, konnten wir eine Fußbodenheizung durchsetzen“, so Kleineberg. Im Obergeschoss ist ein großer Gruppenraum mit technischen Voraussetzungen für Fortbildungen untergebracht. Im Raum der Jugendfeuerwehr werden die Küche und das Büro eingerichtet. „Dank einer Treppenanlage, die Hugo Thesing spendete, kommen wir auch vom Büro direkt in die Halle“, freut sich Peter Roos. Die Bestuhlung wird erst einmal vom alten Feuerwehrhaus mit hinüber genommen. „125 000 Euro wollten wir als Eigenleistung erbringen. Aber es ist bereits weit mehr geworden“, weiß Roos. Auch Eric Praast, Jungfeuerwehrwart, war regelmäßig am Bau. Seine große Stunde kommt noch, wenn die Außenanlage gestaltet wird, denn er ist Gärtner. „Uns haben viele Firmen geholfen, beispielsweise Kösters Gärten, Landwirte, die Volksbank und der Baubetriebshof, die uns schwere Maschinen zur Verfügung gestellt haben.“ Samstags um 8.30 Uhr ging es los, oft wurde bis zum Einbruch der Dunkelheit gearbeitet. „Mittags versorgten uns die Frauen dann mit einem zünftigen Mittagessen“, erzählt Kleineberg. Übrigens hat die Elektroinstallation die Lehrwerkstatt des RWE übernommen. „Es war die Idee eines Kameraden und den Jungs hat es richtig Spaß bereitet, an einem richtigen Bau zu arbeiten“, so Kleine­berg.

Am Altweibertag soll die Abnahme von Elektroinstallation, Heizung und Sanitär erfolgen. Dann kommt die Kreisabnahme und es wird gefeiert. Vermutlich Ende März wird das neue Haus eingeweiht.

Elisabeth Hanf

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