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Fachleute gehen in die Kindergärten

05.11.2008 | 18:33 Uhr

SPRACHFÖRDERUNG. Logopädiepraxis Inno Koolenbrander betreut in 19 katholischen Kindergärten 115 Kinder. Dazu wurde Veronika Lohmann als neue Logopädin eingestellt.

EMMERICH/REES. Als die Praxis für Logopädie von Inno Koolenbrander die Anfrage von Heinz Lukkezen erhielt, ob sie die Sprachförderung für alle katholischen Kindergärten in Rees, Kalkar und Emmerich übernehmen könne, war die Überraschung und Freude groß. Schnell hatte der erfahrene Logopäde der Zentralrendantur in Kalkar ein umfangreiches Konzept vorgelegt.

Nach Einführung der in NRW gesetzlich verpflichtenden Sprachstandserhebung seit März 2007 hatten die Logopäden bemängelt, dass sie als Fachleute viel zu wenig in die Förderung eingebunden seien. Das hat sich am 1. Oktober in dieser Region geändert. Denn das Koolenbrander-Konzept hat Rendant Lukkezen überzeugt.

Wie mehrfach berichtet erfolgt die Sprachstandserhebung zur Feststellung sprachlich auffälliger Kinder in den Kindergärten bei allen vierjährigen Kindern über das "Delfin 4 Verfahren" , ein Testverfahren zur Diagnostik der Sprachkompetenz. Wird dabei eine Förderbedürftigkeit festgestellt, sind für diese Kinder Sprachfördermaßnahmen im Kindergarten vorgesehen. Dazu kommen jetzt Logopäden in die hiesigen katholischen Kindergärten. "In 19 Kindergärten betreut unsere Praxis derzeit insgesamt 115 Kinder", erläutert Inno Koolenbrander. "Wir legen Wert darauf, dass die Förderung spielerisch vonstatten geht und in den Kindergartenalltag integriert wird, indem z.B. aktuelle Themen wie St. Martin einbezogen werden", ergänzt Nicole Möllmert, die fachliche Leiterin der Reeser Praxis. Dazu wurde eine große Kiste mit Material angeschafft und besonders Sprachvogel "Finki" ist bei der Arbeit sehr behilflich.

Die Sprachförderung wird individuell auf das einzelne Kind zugeschnitten. Veronika Lohmann aus Rees ist bei Koolenbrander als Logopädin eingestellt worden. Sie betreut sieben Kindergärten. "Es handelt sich um eine allgemeine Förderung der sprachlichen Fähigkeit für 'sprecharme' Kinder, die z.B. ein zu geringes (deutsches) Sprachangebot bekommen haben. Was allerdings nicht mit einer Sprachtherapie gleichzusetzen ist, wenn eine spezifische Sprachstörung vorliegt." Dann ist nach wie vor die Einzelbetreuung in einer Logopädiepraxis notwendig. "Wir wollen durch die Arbeit im Kindergarten Erfahrungs- und Lernsituationen herstellen, in denen die Kinder sprachlich aktiv werden", so Koolenbrander. Was ihnen in Testsituationen helfen kann und den Weg ebnet, den späteren Schulalltag zu meistern. (ha)Die festgestellten Sprachdefizite werden zuerst mit den Eltern besprochen. Jedes betroffene Kind erhält zwei Stunden in der Woche eine Sprachförderung in der Gruppe, die je nach Kindergarten unterschiedlich groß sein kann. Die Lernentwicklung des Kindes wird vom Logopäden dokumentiert. Zusätzlich werden Elternabende angeboten. Die Eltern können aber auch nach Absprache bei der Sprachförderung im Kindergarten mit dabei sein.



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