Er mag den Menschenschlag
19.08.2009 | 18:05 Uhr 2009-08-19T18:05:00+0200
Rees. Was heute im Terminkalender von Christoph Gerwers steht, ist nicht schwer zu erraten. Der CDU-Bürgermeisterkandidat wird dabei sein, wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel am Flughafen Weeze ankommt. Er freue sich auf den Besuch aus Berlin, schreibt der 46-Jährige auf seiner Homepage.
Das Interview: Welche Projekte oder Themen müssen in Rees vordringlich angegangen werden?
Das wichtigste Thema der nächsten Zeit ist der Umgang mit der Betuweline: Ich werde mich für größtmöglichen Lärmschutz, für maximale Sicherheit und für die erforderlichen Querungen der Bahnlinie einsetzen. Der Stadt Rees dürfen dabei keine finanziellen Lasten auferlegt werden für ein Projekt, von dem sie keinen Vorteil, sondern ausnahmslos Nachteile hat. Wir werden außerdem weiter in die Bildung der Kinder investieren, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch bedarfsgerechte Betreuungsangebote verbessern und eine vernünftige Mittagsversorgung für die Schülerinnen und Schüler organisieren.
Gleichzeitig werden wir das wirtschaftfreundliche Klima in der Stadt pflegen, Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffen und erhalten. Und schließlich werden wir die Ortsteile behutsam weiterentwickeln und dabei gewachsene Strukturen erhalten.
Was stellt dabei die größte Herausforderung dar? Und warum?
Sicherlich die Verhandlungen und der Umgang mit der Betuwe. Die Herausforderung ist deshalb besonders groß, weil die planerische, rechtliche und finanzielle Situation äußerst komplex ist, weil viele und schwierige Verhandlungspartner am Tisch sitzen. In nächster Zeit werden zudem wesentliche Eckpunkte abschließend zu klären sein, wobei die Risiken tatsächlicher und finanzieller Art für die Stadt, ihre Ortsteile und die Menschen erheblich sind.
Wie sollte die Kommune auf den demografischen Wandel reagieren?
Die Stadt Rees muss für junge Familien attraktiv bleiben: Dazu gehören bezahlbarer Wohnraum, günstige Grundstückspreise, eine familienfreundliche Atmosphäre mit gut ausgestatteten Kindertageseinrichtungen und Schulen sowie attraktive Freizeitangebote für alle Altersgruppen (z. B. ein modernes Schwimmbad). Wir werden den Dialog zwischen Alt und Jung fördern und den reichen Erfahrungsschatz der älteren Generation für das Gemeinwesen nutzen.
An welchen Punkten muss die Stadt familienfreundlicher werden ?
Die Stadt Rees ist bereits heute familienfreundlich, Betreuungsmöglichkeiten können aber noch ausgebaut und verbessert werden, um gerade auch für die Familien die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen. Weitere Maßnahmen, die in diesen Zusammenhang gehören, habe ich bereits bei der vorangegangenen Frage angesprochen.
Was macht Rees unverwechselbar und attraktiv?
Die herrliche niederrheinische Landschaft, der Rhein, die Rheinpromenade, die wunderbaren Möglichkeiten zum Radfahren, die lebendige Innenstadt, die lebens- und liebenswerten Ortsteile mit dem großen bürgerschaftlichen Engagement in Vereinen und Verbänden, die herzlichen und gastfreundlichen Menschen.
Und was ist das Pfund, mit dem die Stadt wuchern kann? Und auf das Sie politisch aufbauen können?
Die Stadt Rees hat sich in der Vergangenheit zu einem herausragenden touristischen Anziehungspunkt am Niederrhein entwickelt. Sie ist eine wunderbare Einkaufsstadt und zeichnet sich durch eine günstige Verkehrsanbindung zwischen A 3 und A 57 aus, die durch den Ausbau der B 67n noch besser werden wird (Airport Weeze).
Welche Freizeitangebote fehlen, müssen ausgebaut werden?
Die Stadt Rees verfügt über ein gutes Freizeitangebot, wir brauchen jedoch ein modernes Schwimmbad (kein Spaßbad). Das Radwegenetz ist auszubauen, damit Rees fahrradfreundliche Stadt bleibt.
Welche Auswirkungen befürchten Sie für die Stadt durch die Wirtschaftskrise?
Ich erwarte, dass die Steuereinnahmen sinken werden, während gleichzeitig mit einem Anstieg der Sozialausgaben zu rechnen ist.
Wie kann man gegensteuern?Durch regelmäßige Firmenbesuche, mit denen ich bereits im Herbst des Vorjahres begonnen habe, und zahlreiche Gespräche mit den hiesigen Unternehmern werde ich die Kontakte zur heimischen Wirtschaft intensivieren und noch stärker Werbung für den Standort Rees machen. Mir geht es darum, die heimischen Unternehmen zu stärken und neue Betriebe anzusiedeln. Das sichert und schafft Arbeits- und Ausbildungsplätze. Deshalb werde ich die Initiative für Ausbildungsplätze und die gute Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsforum bei der Durchführung der Lehrstellenarena Job4U fortsetzen.
Wie kann die Kommune dazu beitragen, den Standort für Mittelstand und Einzelhandel zu stärken?
Der hiesige Mittelstand und der Einzelhandel sollen auch künftig von günstigen Steuern und Gebühren und dem wirtschaftsfreundlichen Klima in der Stadt profitieren. Deshalb setze ich auf eine behutsame Umsetzung des Einzelhandelsgutachtens, weil wir für Rees keine Lösung „von der Stange” , sondern eine „maßgeschneiderte” Arbeit brauchen, um die Anziehungskraft der gesamten Innenstadt zu erhalten und zu verbessern.
Wie stellen Sie sich die Stadt 2025 vor?
Rees ist die touristische „Perle” des unteren Niederrheins, mit einer lebendigen, unverwechselbaren Innenstadt und schmucken Ortsteilen mit hohem Wohn- und Freizeitwert, einer familienfreundlichen Atmosphäre, getragen von großem bürgerschaftlichen Engagement der Menschen. Der Slogan „Rees - R(h)eines Vergnügen” wird auch 2025 genauso zutreffen wie heute.
Warum sind Sie der beste Bürgermeister für Rees ?
Als gebürtiger Bislicher kenne und mag ich den hiesigen Menschenschlag. Ich kenne beide Seiten des Bürgermeisteramtes, habe aus meiner zehnjährigen Ratsarbeit in Wesel politische und aus meiner zwölfjährigen Tätigkeit als Beigeordneter in Willich Verwaltungs- und Führungserfahrung. Ich kann gut zuhören und bin, glaube ich, ein ganz netter Kerl. Ich möchte verwalten und gestalten.
Die Fragen stellte
Maria Raudszus
12:06
Bitte Bescheidenheit!
In diesem Kommunalwahlkampf stört mich vor allem die Äußerung der CDU, für Rees könnte man auch einen schwarzen Besenstiel hinstellen und dieser würde trotzdem gewinnen. Ich bin Bürgerin dieser Stadt und kein Besenstiel!
Politik ist Dienstleistung am Bürger und die Selbstherlichkeit unserer CDU Politiker ist mir zu wieder. Ich fände es besser um die Stimme der Bevölkerung zu werben, nicht davon auszugehen das man sie schon sicher hat.
Was wird aus unserer Stadt, bei so viel Selbstherlichkeit?
Christel Stumm /64 Jahre