Drei zu sehen, Sechs zu hören
16.12.2011 | 17:19 Uhr 2011-12-16T17:19:00+0100
Haldern. Das Trio rund um Daniel „Daan“ Stuyven entwickelte in der Haldern Pop Bar ein orchestrales Klangspektrum. Viel Applaus!
Sie waren nur zu Dritt auf der Bühne, aber die belgische Formation um Daniel „Daan“ Stuyven entwickelte ein Klangspektrum eines kleinen Orchesters. Einer beeindruckenden Darbietung spendeten die etwa 60 Gäste der Haldern Pop Bar am Donnerstag viel Applaus.
Daan an Klavier oder E-Gitarre, Isolde Lasoen munter wechselnd an Schlagzeug, Waldhorn oder Konzert-Xylophon und Jean-Francois Assy am Cello bedienten sich bei vielen Liedern der immer häufiger vorkommenden Loop-Technik. Sie spielen Passagen ein, die sie dann in einer Schleife wiederholen. Das ermöglicht ihnen live etwas anderes zu spielen: Es waren drei Instrumentalisten zu sehen, aber sechs zu hören. Das Trio entwickelte ein delikates, aber raumergreifendes Klangvolumen.
Ganz klar: Die größte Stärke der Belgier sind ihre Kompositionen. Der orchestrale Kammerpop (mit Exkursen) wird nie langweilig, weil er voller Spitzfindigkeiten und Entwicklungen steckt. Die Grundstimmung: Ernste Themen werden gelassen angegangen, immer mit einem Hauch Selbstironie. Manch ein Stück würde sich gut als Filmmusik für Streifen von Quentin Tarantino eignen.
Schon rein optisch brachte das Trio Grandeur ins Dorf. Daan sieht aus wie der belgische Brian Ferry. Er und Assy in schicken Anzüge, dazu die elegante Lady Lasoen – das hat was.
Stuyvens reife Stimme erinnert an den Sänger von Modest Mouse, allerdings ist ihm jegliches Zigeunertum fremd, dafür ist ihm der Chanson näher. Schon gesprochen hat Daans Stimme Melodie. Ein schöner Kontrast zu Lasoens heller, sanfter Stimme.
Die Texte handelten von Ex-Freundinnen, von der ersten Liebe, vom Vater werden, von Belgien (das etwas apokalyptische „Neverland“ – also „Niemalsland“), davon, wie man Leute rettet („Es klappt nicht“, so Daan) oder wie in der Zugabe vom alkoholisierten Autofahren (herrlich ironisch!).
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