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Rosenmontagszug

Die Schweinegrippe einfach weggegrillt

15.02.2010 | 16:54 Uhr
Die Schweinegrippe einfach weggegrillt

Haffen-Mehr. Die Mehrer haben noch Visionen! Kein Provisorium soll künftig die beiden Ufer ihrer Kirchenrenne verbinden, sondern eine Kopie der venezianischen Rialto-Brücke.

Wie das aussehen wird, das zeigte der Freundeskreis Mehr, entstanden aus dem 5. Zug, schon mal vorab im Haffen-Mehrer Rosenmontagszug. Der zuckelte unter lautem Tröten und Hupen mit 17 große Wagen, sieben Fußgruppen und zwei Musikkapellen los.

„Rosenmontag mit weiß-rot – und alles ist im Lot!”, lautete das Motto. Und das trotz Schweinegrippe. Gegen H1N1 ist offenbar doch ein Kraut gewachsen. Der Freundeskreis um Rolf Thols hatte kurzerhand die Sau erlegt. Gestern rotierte ein Spanferkel über offener Flamme auf ihrem Wagen. Als Grillmeister drehte Walter Thols den Schwengel, die übrigen zehn waren als Jägersleute mit an Bord.

Auch Schumis Comeback feierten die Haffen-Mehrer. Seinen Me(h)rcedes hatte der 3. Mehrer Zug in XXL-Format nachgebaut. Natürlich ließen die lokalen Schumis mächtig Dampf aus der Nebenmaschine ab, als der Silberpfeil durchstartete.

Boxenstopp in Mehr

Beim Boxenstopp auf dem Markt qualmte der Mercedes im Wettbewerb mit der Sauna der Jungschützen Mehr. Die genossen drinnen ihre „Aufgüsse für die Kehle” in weißen Bademänteln. „Wir bauen erst, das Motto entwickeln wir so nach und nach”, verriet Zugführer Markus Jansen.

Zum 23. Mal waren die Champions beim Zug dabei. Die 25 als Indianer verkleideten Wild West-Bewohner hatten auf der Fahrt von Haffen nach Mehr kurzerhand ein junge Dame gekapert und an den Marterpfahl gebunden. „Wir haben die aber zu gut versorgt”, klagte Jango in Mehr. Von ihrem Wagen hagelte es nicht nur Kamelle, sondern auch Stofftiere und T-Shirts.

Ein Hingucker war mal wieder der Wagen des Prinzenpaares Andrea II. und Josef II. aus Haffen, der mit 2000 roten und weißen Krepprosen geschmückt war. Nicole I. und Sven I. aus Haldern fuhren als weiß-blauer „Prinzenhof” mit. „Wir in Haldern sind nicht dumm, wir feiern wie die Bayern, nur anders herum”, war auf dem Wagen zu lesen. Die Männer trugen ihre Haare zu blonden Zöpfen geflochten, die Damen grüßten mit grauen Zipfelhut als Männer.

Eine Augenweide war auch die Fußgruppe Bockting/Hermsen, allesamt Frauen, deren Männer wegen närrischer Führungspositionen in jüngster Vergangenheit wenig Zeit hatten. Sie waren als Heißluftballons unterwegs. Wegen der jüngsten Probleme um die Standortsuche des Feuerwehrgerätehauses hatte der 1. Zug Mehr einen Feuerwehrwagen mit zwölf Meter langer Drehleiter beigesteuert, auch in Mehr gilt „Bauer sucht Frau”. Vom Wagen herab grüßten Kühe und Enten, und Daniel Völz als „Hahn im Korb”. Nicht gänzlich alles war im Lot. Beim Trabbi versagte der Motor. Es galt zu ziehen und zu schieben...

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Maria Raudszus

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