Die Sandmännchen erinnern an die Wahlversprechen
12.02.2010 | 17:35 Uhr 2010-02-12T17:35:00+0100Bienen. Tagen im Herbst die Bienener St. Lambertusschützen, wird jedesmal die gleiche Frage gestellt. „Wie wäre es, in diesem Jahr beim Rosenmontagszug mal zu pausieren?” Dann wird kontrovers diskutiert, um immer wieder zum gleichen Ergebnis zu kommen. „Wir machen mit!”
Auch 2010 wird der Reeser Rosenmontagszug nicht ohne die Mitglieder von 7. Zug und Fahnenzug der Bruderschaft aus Bienen an den Start gehen. Derzeit geht der Wagenbau am Deichweg in der Scheune von Horst Becker in die Endphase.
Wer noch fehlt, ist Bürgermeister Christoph Gerwers. Dessen Konterfrei soll nämlich von der Seitenwand des Wagens lächeln. „Stimmen die Konturen beim Vorzeichnen, ist er beim Ausmalen später noch nicht zu erkennen gewesen”, klagt Horst Becker. Klar, dass die Bienener nicht ohne den Ersten Bürger auskommen. „Unser Wagen hat ja immer ein politisches Thema”, erinnert Roland Kolsberger. „Wir wollen nicht wehtun aber pieksen”, ist Beckers Vorstellung. Das fällt dieses Mal schwer. „Der neue Bürgermeister hat uns noch keine Angriffsfläche geboten”, gibt Horst Becker zu. Das bleibt den Bienenern nur, Gerwers hoch vom gelb-weißen Wagen an seine Wahlversprechen zu erinnern. Dabei lassen sich die Wagenbauer von einem gemalten Sandmännchen helfen, das den Bürgern Sand in die Augen streut. Oder zumindest streuen könnte.
Vogelfutter
Echten Sand wird die 35 bis 40 Personen starke Truppe aber nicht werfen. Ganz konventionell werden die als Sandmännchen verkleideten Schützen Bonbons in die Menge werfen. Vor Jahren, als die Bienener mal als Vogelscheuchen unterwegs waren, haben sie Tütchen mit Vogelfutter unters Volk gebracht. „Das hat sich aber nicht bewährt”, sagt Kolsberger. Also ist man zu Fruchtgummi und Popcorn zurückgekehrt.
Dass die Bienener dieses Mal als Sandmännchen den Rosenmontagszug begleiten, steht schon seit Ende November/Anfang Dezember fest. Alle waren gleichermaßen von der Idee begeistert, nachdem der Vorschlag aus der Runde gekommen war. „Das hat natürlich auch einen aktuellen Aufhänger, das Sandmännchen feiert gerade seinen 50. Geburtstag.”
Das Motto entpuppte sich als Glück für die Schützenfrauen, die Jahr für Jahr für die Kostüme zuständig sind. „Müssen sonst aufwendig Umhänge und Hosen genäht werden, haben sie wir dieses Mal passende sandfarbene Jacken im Laden gefunden”, freut sich Heike Becker. Da sie auch bezahlbar waren, haben die Damen gleich zugegriffen. Weil die Jacken alle etwas reichlich ausfielen, nähten die Frauen aus dem überschüssigen Stoff noch die Zipfelmützen. Eines bieten die Kostüme, was am Rosenmontag laut Wetterfrösche nötig werden könnte: Reichlich Raum für wärmende Unterwäsche.
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