Die Frauen von der Mahnenburg
14.04.2010 | 20:00 Uhr 2010-04-14T20:00:00+0200
Rees. Es hat einige Wochen gedauert, bis Maya die neuen Besitzerinnen der Mahnenburg akzeptiert hat. Immerhin war der Bernhardiner lange Zeit die alleinige Hausherrin des letzten Hofes an der Natostraße hinter den Yachthäfen.
Liebevoll wurde Maya über Jahre von Nachbar Heinz Döring betreut, der sich nicht minder rührig um die neuen Eigentümerinnen kümmert. Yvonne Klompenhouwer und Diane Vermeulen haben das Anwesen am Rheinufer, Reeserward 3,im November 2008 gekauft und wohnen seit einem Jahr in der Mahnenburg.
Mehrfach haben sich die beiden Niederländerinnen das Anwesen des 2008 verstorbenen Besitzers Albert Bömer angeschaut und sich von Makler Friedrich Frhr. von Wittenhorst die Vorzüge des Hofes erklären lassen. Dass ihr nächster Nachbar Henny van der Most ist, sprich das Kernwasser Wunderland, hat die Städterinnen, die von Arnheim und Nimwegen nach Reeserward zogen, nicht gestört. „Das bringt etwas Leben“, findet Yvonne Klompenhouwer.
Alt und neu kombiniert
Viel Arbeit liegt hinter ihnen, denn das Haupthaus musste aufwändig saniert, Kläranlage und Brunnen erneuert werden. „Das war schon ein komisches Gefühl, als wir den Hof übernahmen“, erinnern sich die Eigentümerinnen. Sowohl Möbel aus auch Kleidungsstücke und Inventar von Batja Bömer waren auf dem Hof verblieben. Sie haben eigenes Mobiliar, auch altes, etwa aus den 60er Jahren, mit den Möbeln des Bauern kombiniert, was eine spannende Mischung ergibt.
Yvonne Klompenhouwer, die in der Computer- und Internetbranche tätig ist, und Diane Vermeulen, die mit ihren Geschwistern ein Hotel bei Nimwegen betreibt, lieben die Natur. Die zum Hof gehörenden landwirtschaftlichen Flächen haben sie nicht erworben. Wohl aber das Land bis zum Rheinufer.
Hier sind sie selten allein. Über den Sandstrand laufen Angler, im Sommer sogar Badegäste. Inzwischen haben sie ihr Grundstück gut eingezäunt und die beiden Hunde Max und Maja sind mit größter Vorsicht zu genießen. Am Ufer schlagen regelmäßig Angler ihre Zelte auf. „Was uns nicht stört, allerdings lassen viele ihren Unrat zurück. Vielleicht stellen wir hier einmal eine Abfalltonne auf“, überlegt Yvonne Klompenhouwer. Die Eltern von Diane Vermeulen schauen oft nach dem Rechten und kümmern sich um den großen Garten.
Heinz Döring hat das Umfeld im Blick, etwa wenn, wie in der vergangenen Woche geschehen, Angler am Ufer eine Granate finden. „Ruhe bewahren“, sagt er dann, oft hat er hier selbst Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Dass sich Hundebesitzer, im Dunkeln gerne auch Liebespaare, vor dem Gatter zum Hof treffen, stört die Burgfrauen nicht. Nur wenn Fremde durch den Garten spazieren, sind sie wenig erfreut. Wie Max oder Maya, die richtig böse werden können. Max ist übrigens der einzige Mann im Haus. Neben Maya, Yvonne und Diane leben hier nur noch drei Hühner.
Bevor die Damen den Kaufvertrag für das Anwesen am Rhein unterschrieben haben, gab ihnen Nachbar Döring sein Versprechen: „Bei Hochwasser hol’ ich euch mit dem Traktor ab."
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