Der Vogel namens Impel
14.02.2012 | 15:35 Uhr 2012-02-14T15:35:00+0100
Empel. Heimatforscher haben das Wappen von Empel „ausgegraben“. Es soll grafisch aufgearbeitet werden und eine Fahne zieren.
Es war ein NRZ-Artikel über das neue Wappen von Esserden, der Josef Meyboom auf den Plan rief. Dort war nämlich zu lesen, dass Empel als einzige Ortschaft von Rees kein eigenes Wappen besitzt. Zu allem Übel hatte bereits im November der Groiner Landwirt Franz-Josef Streuff auf einer Jagdgesellschaft dem Sohn des Empeler Ortsvorstehers Conny Meyboom eine Kopie des Groiner Wappens vermacht mit einem Pfeil gen Norden.
Kein Ableger von Groin
„Ihr seid eben nur Groin-Nord“, hatte er geunkt. Sich dann aber doch das Leid der Empeler zu Herzen genommen und seinen Bruder Dr. Bernhard Streuff mit der Recherche beauftragt. Und tatsächlich: Der Chemiker wurde fündig. Nämlich auf der Internetseite des Heraldikers Dr. Bernhard Peter. Die von den Rittern von Rees erbaute Burg Empel ging in den Besitz der Herren von Hönnepel über, ab dem 15. Jahrhundert waren die Herren von Diepenbrock Besitzer von Empel. Und tatsächlich findet man im Wappen der Freiherren von Diepenbrock-Impel (Empel) darauf einen Hinweis. In zwei Felden (1 und 4) sind auf rotem Hintergrund die gekreuzten Schwerter mit goldenen Griffen zu sehen, das Stammwappen Diepenbrocks.
Die Felder 2 und 3 zeigen auf blauer Fläche einen goldenen Vogel auf einem silbernen Balken. Dieses Vogelwappen ist den Herren von Hönnepel, genannt Impel/Empel, zuzuordnen. Einen Auszug aus dem Wappen Diepenbrocks – ein Vogel vor blauem Hintergrund – hat Josef Meyboom, der seit einem Jahr die Gastwirtschaft am Empeler Bahnhof von seinem Vater übernommen hat, bereits im Gastraum hängen. „Dieses Wappen möchte ich professionell von einer Grafikerin gestalten lassen“, hat Josef Meyboom im Auge. Er kann sich gut vorstellen, dieses Wappen auf eine Fahne zu bannen und sie an der Ecke Bahnstraße/An der Landwehr an einem Fahnenmast zu hissen. „Vielleicht kann dort noch eine Bank aufgestellt werden“, wünscht er sich eine Imageaufwertung des Ortes.
Die Geschichte des Wappens kann sicherlich noch von Heraldikern oder den Geschichtsfreunden aufgearbeitet werden. Auf jeden Fall geht ein großes Aufatmen durch Empel, das jetzt durch das Wappen geadelt ist.
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