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Der Streit um die Schere

31.10.2007 | 19:11 Uhr

FEUERWEHR. Stadtbrandinspektor Heinz Walter hält die Anschaffung eines geländegängigen Fahrzeugs und eines Gerüsts zur Rettung von Unfallopfern aus Lastkraftwagen und Personen- und Güterzügen für wichtiger als einen weiteren Rettungssatz.

REES. Sparen, ja. Aber nicht um jeden Preis. Dafür sprach sich Stadtbrandinspektor Heinz Walter aus. Wie berichtet hatte die SPD-Fraktion in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses ihren Antrag "Anschaffung einer Rettungsschere für den Löschzug Millingen" vorgetragen - notfalls einer gebrauchten. "Wenn schon, dann benötigen wir eine Rettungsschere, die auf dem technisch neuesten Stand ist", sagte Walter klipp und klar. Dennoch: Der Stadtbrandmeister sagte deutlich, dass andere Ausrüstungsgegenstände wichtiger seien.

"Die Notwendigkeit für die Anschaffung einer Rettungsschere ergibt sich für die SPD aus einem konkreten Fall in Millingen", so Fraktionschef Dieter van Ackern. Damals sei der Löschzug mit der Rettungsschere neun Minuten später als das erste Einsatzfahrzeug gekommen", so van Ackern. Ob nun eine Rettungsschere angeschafft wird, wird in der nächsten Ratssitzung entschieden. Denn: Bis dahin will die Verwaltung ein Konzept zur Gegenfinanzierung vorlegen.

Zuvor hatte es Kritik an der Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplanes gegeben. "Das stellt mich handwerklich nicht zufrieden und dies ist keine gute Grundlage für die Arbeit der Führungscrew einer Freiwilligen Feuerwehr", schleudete Harry Schulz (SPD) Manfred Unterkofler vom beautragten Ingenieurbüro entgegen. Schulz fehlte u.a. ein Planungskonzept für die nächsten Jahre, eine Auflistung des Gefahrenpotenzials in der Stadt. "Im Extremfall helfen dann nur noch Rosenkranz, Gebetbuch und Brechstange", machte der Halderner seinem Unmut Luft. Im Falle von Katastrophen sei nicht die Stadt Rees, sondern der Kreis Kleve zuständig, reagierte Unterkofler gelassen. In Hinblick auf die Rettungsschere sagte der Ingenieur, diese sei ohnehin erst dann einsetzbar, wenn Arzt und Rettungsdienst zur Stelle seien. "Alles andere könnte den verletzten Menschen nur noch zusätzlich gefährden."

Zum Thema Konzept schaltete sich noch einmal Stadtbrandinspektor Walter ein. "Es wird an einem Konzept gefeilt, dass den Brandschutz bis zum Jahre 2020 im Auge hat."

Übrigens: Walter hält für die Arbeit der Wehr in Rees als vordringlich wichtig, ein geländegängiges Fahrzeug anzuschaffen sowie ein Gerüst, um Menschen aus Zügen und Lastkraftwagen zu bergen.

Der Stadt Rees verfügt laut Gutachter über eine "den örtlichen Verhältnissen entsprechend leistungsfähige Wehr". Allerdings wird damit gerechnet, dass es auch künftig tagsüber zu Engpässen bei Einsätzen kommen kann. Bemängelt wurde der Zustand des Gerätehauses Haffen. (rau)

MARIA RAUDSZUS

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