Der Griff in den Reisekoffer
20.02.2009 | 12:04 Uhr 2009-02-20T12:04:00+0100Der Reeser Journalist Michael Scholten berichtete an seiner ehemaligen Grundschule von seiner Weltreise.
„Zurück zu den Wurzeln" hieß es für den aus Rees stammenden Journalisten Michael Scholten, als er jetzt in der Grundschule unterrichtete, die er von 1978 bis 1982 selbst besuchte. Die Idee dazu hatte Lehrer Bernd Schäfer. Denn was der 37-Jährige auf seiner Weltreise durch 40 Länder in 14 Monaten erlebt hat, war auch für die Grundschüler spannendster Unterrichtsstoff.
Mit einem Reisekoffer besuchte „Lehrer" Scholten die vierten Klassen. Und schnell hatte er die Schüler für den Inhalt seines Koffers interessiert. Madagaskar kannten die Kinder von allen Ländern am besten, schließlich hatten sie den Animationsfilm gesehen. Interessiert ließen die Schüler zwei Stoff-Lemuren durch die Reihen gehen, die Michael Scholten aus seinem Koffer fischte.
Die Schüler staunten über den König des Swasilandes, der 14 Frauen hat. Als Scholten ihnen jedoch erzählte, dass dessen Vater sogar 60 Frauen und 600 Kinder hatte, war das Staunen laut vernehmbar. Da haben wohl mehr Kinder königliches Blut, als die Reeser Grundschule Schüler (450) hat. Anhand der Kalenderbilder, die Scholten selbst aufgenommen hat, erfuhren die Reeser Schüler Spannendes über Altersgenossen aus aller Welt. Etwa von dem Mädchen mit den gelben Flecken im Gesicht. Denn dieses „Make up" aus Baumrinde schützt die Haut vor Sonne. „Süß" fanden die Reeser den kleinen Embera-Indianer, der im Wasser planscht. Er lebt mit seinem Stamm in Panama in größter Armut. Am Ende der Stunde erhielt jedes Kind einen Kalender als Geschenk. Über 500 Kalender waren vor Weihnachten verkauft worden zugunsten von zwei Waisenhäusern. Den Erlös wird Michael Scholten im April selbst in Phnom Penh überreichen.
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