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„Das war’s, ich geh’!“

20.12.2012 | 22:00 Uhr
„Das war’s, ich geh’!“
Schulleiterin Ursula Rauch wurde gestern von Bürgermeister Christoph Gerwers verabschiedet.Foto: Erwin Pottgiesser

Rees.   Gestern wurde Schulleiterin Ursula Rauch mit einem liebevoll gestalteten Festakt im PZ verabschiedet.

Ob die „Fräuleins“ vor 42 Jahren auch so ausgesehen haben, die an der damaligen Reeser Kreisschule unterrichtet haben? Auf jeden Fall hatten sich die Lehrerinnen Dorothee Becker und Claudia Möhlmann nostalgisch gekleidet, um aus dem Publikum heraus schwatzend durch das Programm zu führen. Gestern wurde Schulleiterin Ursula Rauch mit einem liebevoll gestalteten Festakt im PZ verabschiedet.

Im November 1970 hatte die Reeserin als Referendarin ihren Dienst an der Schule angetreten. Im Jahr 1998 wurde sie hier Konrektorin, zwei Jahre später übernahm sie die Leitung. So hat die engagierte Pädagogin jede nur erdenkliche Schulreform nicht nur überstehen, sondern auch mit tragen müssen. Doch bevor sie eine Bilanz zog, bereiteten ihr Kollegen und Schülerschaft einen emotionalen Abschied.

Bewundernswert spielten die Schüler Schwarzlichttheater. Mit passend zur Verabschiedung zusammengestellten Szenen – wie dem Auftritt der „Arbeit“, die weggeschoben und durch die Menschen-Buchstaben „Ruhe“ ersetzt wurden. Die Musik führte „Ab in den Süden“ mit Strand, bunten Fischen und sogar einem die Bühne durchschwimmenden Athleten. Ein getanztes „We will rock you“ erntete begeisterte Klatschsalven, während „Time to say goodbye“ das Publikum berührte. „Sie waren für uns immer eine wichtige Ansprechpartnerin“, bedankte sich der Schulsprecher in seiner ersten öffentlichen Rede und lobte ihr Engagement mit Herzblut.

Zum Staffelstab griff der neue kommissarische Schulleiter Jürgen Welz. „Ich war für die Organisation zuständig, Ursula Rauch für die Menschen... Danke für die Entwicklung der Rheinschule“, schloss Welz. Die Rheinschule hat über die Stadtgrenzen hinweg einen guten Ruf, wie Bürgermeister Christoph Gerwers in seiner Rede deutlich machte. In vielen konzeptionellen Veränderungen sei sie Vorreiter gewesen, insbesondere wenn es darum ging, die Schüler fit für das Berufsleben zu machen.

Talentierte Schüler

Wie talentiert diese Hauptschüler sind, durften sie noch einmal unter Beweis stellen. Mädchen, die live wunderbar sangen; Jungen, die sie als Band unterstützten und Schüler, die tanzten und sangen und den Darbietungen der Schulkollegen diszipliniert zuhörten. Da galt es nur noch für die Kollegen, das Leben der scheidenden Schulleiterin mit dem „Ulla Song“ zur Melodie von Lilli Marleen Revue passieren zu lassen.

Ursula Rauch war bewegt von den Darbietungen. „Das war’s, ich gehe!“, leitete sie ihre Abschiedsrede ein. Ihr ganz besonderer Dank galt ihrer Sekretärin Rita Schmitz und Hausmeister Jürgen Vos, die die praktischen Dinge geregelt haben.

„Wir alle haben zusammengearbeitet, damit unsere Schüler Bürger werden, die die Gesellschaft unterstützen, damit unser Staat funktioniert.“ Und nach 42 Jahren Schule, „bei der sich jede Regierung auf das Schulsystem stürzte, um es zu reformieren“, mag sie nun froh sein, die nächsten Veränderungen nicht mehr aktiv miterleben zu müssen. So schloss Ursula Rauch mit dem Zitat „Ich wünsche mir Zeit ... Zeit zu haben zum Leben.“

Von Elisbaeth Hanf


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