Bürgermeister trainiert für die Halderner Hölle
12.02.2010 | 01:00 Uhr 2010-02-12T01:00:00+0100
Rees. Manfred Bockting, närrischer Präsident aus Haffen, kam gar nicht zu Wort. „Heut' ist der Tag der Frau'n”, drangen die Damen der Reeser Frauengemeinschaft laut singend ins Bürgerhausfoyer vor.
Sie reihten Strophe an Strophe und mochten gar nicht mehr aufhören, zumal Bockting den Damen gestern stimmlich gar nicht gewachsen war. Ein Karnevalsvirus hatte seine Stimme arg gebeutelt. „Ich bin gekommen, um den närrischen Virus zu verteilen”, machte Bockting es schließlich kurz. Und schon wieder stimmten die Frauen ihr Lied an. Bürgermeister Christoph Gerwers bewies Geistesgegenwart, als er in der Anführerin Mariehilde Henning, seine Stellvertreterin, erkannte. Flugs drückte er ihr den Rathausschlüssel in die Hände. „Soviel Gewalt hatte ich noch nie”, gestand die Vize-Bürgermeisterin.
Schon beim Eintreffen der beiden Prinzenpaare war die Krawatte von Christoph Ger-wers „gefallen”. Ein Schnipp von Prinzessin Andrea II. aus Haffen und schon war sie ab und landete als Trophäe an ihrer Brust. Sogleich stürmte der Halderner Präsident Bernd Börgers zum Mikrophon. „Ich freue mich, dass Du auch die Isselburger Tollitäten eingeladen hast”, wandte er sich an den Bürgermeister. Weil Gäste auch Kosten verursachen, hatte Börgers zwei „Geldscheine” dabei, einen über 200 und einen über 300 Euro. Die überreichte er Gerwers, der die Scheine gleich an Kämmerer Andreas Mai weitergab. „Das werden wir im Haushalt unter 'Feste und Feiern' verbuchen”, versprach Mai. Natürlich gab es noch mehr Geschenke aus Haldern, darunter eine Sicherheitsweste und eine Startnummer für den Halderner Volkslauf. „Wir haben ja einen sportlichen Bürgermeister”, begründete Börgers die Wahl der Geschenke. Gerwers versprach sich ab sofort auf die „Halderner Hölle” vorzubereiten. Doch zunächst einmal war Gerwers Gast im „Raumschiff Enterprise”. In ein solches hatte nämlich der Fachbereich 4, Schule, Kultur und Stadtmarketing, das Bürgerhaus verwandelt. Zutritt bekam man allerdings nur, wenn man unter den strengen Blicken der blauhaarigen jungen Damen am Eingang das Schnapsgläschen mit außerirdisch-grünem Inhalt leerte.
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