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Beichten auf dem Anrufbeantworter

23.01.2008 | 19:37 Uhr

KARNEVAL. 630 Frauen feierten gut vier Stunden im Bürgerhaus. Die Themen reichten vom Reeser Meer bis zur Gesundheitsreform.

REES. Die Sanierung der Dellstraße, das Malheur mit dem Reeser Meer wie auch das Nichtraucherschutzgesetz und seine Auswirkungen in Rees - die Damen des Vereins Katholische Frauen Deutschlands (kfd) warteten mit jeder Menge Lokalkolorit bei ihrem Karnevals-Nachmittag im Reeser Bürgerhaus auf. "Auch ihr dürft jetzt nicht mehr hier rauchen", ermahnte Christa Ruitter die Damen im Saal. "Wenn ihr jetzt aber immer raus müsst und dann paffend anne Erdkruste rumsteht, dann heißt die sicher bald Teerkruste." Gut vier Stunden wussten die kfd-Damen ihre Gäste - am Dienstag 300 und am Mittwoch 330 - bestens zu unterhalten.

"Wir feiern bis in die Nacht, bis es kracht"

Für ein schönes Bild sorgten zu Beginn die Elferrat-Damen, die als Schneemänner verkleidet einzogen. Angeführt wurden sie durch Schneekönigin Mariehilde Henning, der Moderatorin des Nachmittags, die gleich das Motto verkündete: "Off et kold is oder wärm, wej näme ons eiges op den Ärm." Dass die kfd-Damen es ernst meinten, kündigten sie wenig später gesanglich an: "Wir feiern bis in die Nacht, im Bürgerhaus, bis es kracht!"

Wie bei der Gesundheitsreform gespart wird, darüber klagte Bringfriede Verweyen. Gebisse müssten nun familienfreundlich übertragbar sein. Heißt: Mann und Frau müssen sich die Dritten teilen. Sketchpartnerin Christa Baukelmann konnte sie aufklären, warum heute so viele junge Leute Klammern tragen. "Das dient alles nur der Vorbereitung auf das Euro-Norm-Gebiss".

Dem Motto entsprechend kam die Proot-Platt Gruppe als Rentiere auf die Bühne. Die zogen einen Schlitten, auf dem Helly Kohnert als "kleiner Gardeoffizier" stand und zackig - mit Hand an der Mütze - ins Publikum grüßte.

Von ihrer Oma hatte Gabi Hövelmann eingeschärft bekommen, auf ihre Unschuld zu achten. Unangenehm nur, dass Oma der Enkelin nicht genau erklären mochte, was Unschuld ist. Beim Versuch, ihre Unschuld sicher zu bewahren, hatte sie den Pastor um Hilfe gebeten. Der lehnte ab. Gabi: "Ich bin so froh, dass er meine Unschuld nicht wollte, er ist nämlich im Jahr drauf gestorben und hätte sie sicher ins Grab mitgenommen."

Lieber Beamter als Pilot

Inga Schenk und Christa Scholten unterhielten mit einem etwas anderen Schachspiel, Gabi Hövelmann und Gisela Kiewitz mit einer Krankenhausszene. "Schulkinder" Bringfriede Verweyen und Annemarie Schapdick warten gemeinsam auf den Bus. "Mein Vater ist Pilot und fliegt in einer Stunde vom Nordkap und zurück", gab Klein-Anneliese an. Da konnte die kleine Bringfriede noch einen drauf setzen. "Mein Vater arbeitet im Rathaus, wenn der um vier Uhr frei hat, ist der schon zwei Stunden daheim."

Weitere Höhepunkte des Abends drehten sich um ein chinesisches Essen mit Monika Scholten, Lydia Petersen, Heike Beier, Hanni van Bruck und Annemarie Schapdick und einen "lieben Besuch" mit Christa Ruitter, Gabi Hövelmann und Gisela Kiewitz.

"Kriegen Sie noch Ihr Gehalt?", fragte Mariechen, alias Monika Scholten, unumwunden Pastor Norbert Köster, der einzige Mann im Saal. Der lächelte und bejahte nickend. Verwunderung bei Mariechen. Bei der Kirche werde doch gespart, wunderte sie sich. Monika Scholten: "Beim letzten Anruf im Pfarrbüro meldete sich schon der Anrufbeantworter mit dem Hinweis: "Bitte beichten Sie nach dem Pfeifton..." Der Saal tobte und Mariehilde Henning ließ die Gäste an die Gewehre gehen, nicht ohne Monika Scholten eine Zugabe entlockt zu haben.

Zum Finale gab es wieder eine flotte Playback-Show die mit dem Hit "Döner macht schöner" endete - urkomisch vorgetragen von Heike Beier.

MARIA RAUDSZUS (Text) KLAUS JANSSEN (Fotos)

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