Aufklärung an der Bahnschranke
14.08.2011 | 18:04 Uhr 2011-08-14T18:04:00+0200
Haldern.Die IG BISS, die Interessengemeinschaft Betuwe-Initiative Sicherheit Siedlungsfern, nutzte am Wochenende die Wartepausen der Autofahrer am Halderner Bahnhof, um über die eigene Arbeit zu informieren.
Auf der B8 bei Haldern geht es nicht weiter. Die Autos stehen, obwohl kein Hindernis auf der Fahrbahn zu entdecken ist. Die Blinker leuchten. Doch die von der B8 in den Ort führende Bahnhofstraße ist bereits verstopft. Seit Minuten ist der Schienenübergang direkt neben dem Halderner Bahnhof geschlossen. „Dabei ist ja noch nicht mal viel los, wegen der Großbaustelle in Oberhausen“, erzählt Waltraut Denstorf.
Gemeinsam mit zehn weiteren Aktivisten nutzt das Mitglied der IG BISS, der Interessengemeinschaft Betuwe-Initiative Sicherheit Siedlungsfern, die unfreiwillige Pause der Autofahrer, um sie auf die Arbeit der Initiative hinzuweisen.
Ein großes Banner steht an der Straßenseite vor den Bahnschranken. Die IG BISS-Mitglieder in ihren gelben Warnwesten reichen ihre Flyer in die Autofenster. „Wie sicher ist die Schiene?“, fragt das gelbe Flugblatt. Seit anderthalb Jahren engagiert sich der Verein gegen das dritte Gleis und die geplante Blockverdichtung.
Demonstrationen hat der Verein in den vergangenen Monaten zwischen Millingen und Wesel organisiert. „Wegen dem Zugunglück im Mai“, erzählt Karl-Heinz Denstorf.
Auf Güterzug-Unglücke
nicht gut vorbereitet
Ende Mai waren in der Badischen Kleinstadt Müllheim in der Nähe von Freiburg acht Wagen eines Güterzuges mit hochexplosiver Ladung aus den Schienen gesprungen. Vier der Waggons stürzten um, 300 Anwohner müssten evakuiert werden. Verletzt wurde niemand. Doch das hätte ganz anders kommen können, so Karl-Heinz Denstorf. „Das Sicherheitskonzept der Bahn in solchen Fällen ist nicht nur drittklassig, sondern noch weiter drunter.“ Die Feuerwehr sei auf solche Einsätze nicht vorbereitet, ist sich Denstorf sicher.
300 Mitglieder hat die IG BISS in den letzten anderthalb Jahren aufgenommen. Mit den Demonstrationen hofft die Initiative, noch weiter zu wachsen. Auf der Rückseite der Flyer, die an die vor den Schranken wartenden Autofahrer verteilt wurden, befindet sich eine Beitrittserklärung.
In der Bevölkerung sei der Rückhalt da, bei der Politik nicht unbedingt, berichten die IG BISS-Mitglieder. „Man versucht uns zu bremsen“, ist sich Karl-Heinz Denstorf sicher. „Ignorieren“, verbessert FDP-Ratsherr Frank Apfel. Doch entmutigen lassen wollen sie sich nicht. „Bei Kalkar haben sie bis zum Schluss gekämpft“, sagt Waltraut Denstorf.
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