Brauchtum : Säbelrasseln vor Traumkulisse

Rees. Einer seiner Gäste weckte jüngst die Neugierde von Wirt Berni Wewers – wusste Monika Scholten zu berichten. Dieser ließ sich den Schnaps immer direkt „hinter die Binde” kippen. Darum bitte er seit seinem Unfall, so der Gast. „Welcher Unfall?”, wollte Berni wissen.
„Ich hab' mal mit dem Ellbogen einen Doppelten umgestoßen”, erklärte der Gast. Auflachen aus mal 200, tags drauf 300 Frauen-Kehlen im Reeser Bürgerhaus. Nicht nur Monika Scholten hatte bei den beiden Sitzungen der katholischen Frauengemeinschaft (kfd) Rees die Lacher auf ihrer Seite.
Ein rund vierstündiges närrisches Programm mit vielen Höhepunkten brannten die Damen der kfd Rees ab, die erstmals ohne Mariehilde Henning auskommen mussten. Statt ihrer führte Rosi Helmes durch den Nachmittag, bestens unterstützt vom neuen Dreigestirn der Reeser Machart: Bäuerin Gabi Hövelmann, Junggesellin Monika Scholten und Prinzessin Heike Beyer.
„Kömmt den Wend ok van vör, wej modden dor dör”lautete das Motto der Feier, die mit einem Säbelrassel-Tanz der Elferrat-Piratinnen vor Traumstrand-Bühne ihren Anfang nahm. Schon fand man sich im Schlafzimmer von Hugo und Meta wieder. Meta (Heike Beyer) nervte ihr „Hugoleinchen” (Eila Braam) mit der typisch weiblichen Kleiderfrage „Welches Kleid steht mir besser?”, um nach müßiger Diskussion schließlich entnervt ins Publikum zu rufen: „Mit dir kann man über alles reden, über Atomstrom, Ölkrise und Wahlkampf, aber nicht über wirklich Wichtiges!” Kurzweilig auch die Dialoge zwischen Frau Meyer (Angelika Haps) und Frau Schmitz (Ulla Dicker). Letztere wollte aus dem Treffen mit der Bekannten Kapital schlagen. „Du arbeitest doch an der Kinokasse, kannst du da nicht mal ein paar Billetts mitbringen?”, fragte sie. Statt einer Antwort konterte Frau Meyer mit einer Rückfrage: „Du arbeitet doch bei der Bank...”
Zwischen den einzelnen Sketchen schunkelten die Frauen vergnügt zu närrischen Klassikern und neuen Hits, darunter natürlich auch der Frauen-Evergreen „Heut ist der Tag der Frau'n...” Für drei Besucherinnen sollte es der ganz große Tag werden. Prinzessin Heike hatte drei Platzkartennummern gezogen und bat die Damen auf die Bühne zur Preisübergabe. Die schauten erwartungsfroh. „Gewonnen habt ihr den Blick von oben”, so die Prinzessin.
„Oben” stand auch der einzige Herr im Saal, Iulian Jitaru. „Sie haben bestimmt ein paar Begrüßungsworte für uns”, lockte Rosi Helmes, was Pastor Jitaru zunächst zu einem hilfesuchenden Blick an die mit bunten Kreppballons geschmückte Decke veranlasste, um danach ein Lächeln in sein Gesicht zu zaubern. „Was kann ich besseres sagen als 'Helau', 'helau', 'helau'”, sagt der Rumäne schmunzelnd. Übrigens: Sein Chef, Dechant Michael Wolf, soll kürzlich im Krankenhaus gelegen haben. Als die Krankenschwester dies dem behandelnden Arzt mitteilte, soll der gesagt haben, „Passen Sie auf, dass die Großmutter ihn nicht besucht!”
Frühchen
Ein weiterer Höhepunkt war der Auftritt der Babys, von denen das Frühchen Erfahrungen im „Brühkasten”, das andere am Taufbecken gesammelt hatte. Schließlich tauchte auch noch Unterbrandmeister Groot-Severt, alias Monika Scholten, auf. Allerdings war Groot-Severt nicht mehr beim Löschzug Rees, sondern inzwischen bei der Brandpartner GmbH angestellt, einer Firma, die durch Einsätze Gewinne einfahren muss. Entsprechend lange dauert das Vorgespräch. Brannte zunächst nur der Adventskranz, standen bald Couchtisch und Wohnzimmer in Flammen.
Der vergnügliche Nachmittag endete traditionell mit der Playback-Show. Highlights waren Elia Braam als Julio Iglesias und Heike Beyer als Lady Gaga mit umwerfend-komischen Bühnenauftritten.

















