100 Flaschen Alkohol weggekippt, einer nächtigte in der Ausnüchterungszelle
16.02.2010 | 17:49 Uhr 2010-02-16T17:49:00+0100Rees/Haffen-Mehr. Ein Mitarbeiter des Reeser Baubetriebshofes versuchte gestern früh, die Hinterlassenschaften des Reeser Rosenmontagszuges mit der Kehrmaschine zusammenzufegen. „Zwecklos”, musste Bauhofleiter Andreas Böing schon nach kurzer Zeit feststellen.
Die Kehrmaschine hatte sich wegen des Schnees zugesetzt. Also hieß die Devise: Handarbeit. Mit Besen und Schaufeln kehrten gestern 26 Mitarbeiter des Baubetriebs-hofes und des TBH Glas, Kartons, verlorene Masken, Pappbecher und vieles mehr vom Straßenrand weg. Zehn Arbeiter waren in Rees im Einsatz, zehn weitere in Haffen-Mehr. „Besondere Vorkommnisse gibt es nicht”, sagte Böing gestern früh, „alles Routine.”
Bis auf die Tatsache, dass die Schneereste ein komplettes Reinigen der Straßen nicht möglich machen. „Es liegen noch kleinere Teile wie nicht aufgesammelte Bonbons unter dem Schnee, die werden wir erst später beiseitigen können”, so Böing. Getrennt wird der jetzt zusammengekehrte Müll nicht. „Das ist nicht leistbar”, so Böing. Das Papier ist ohnehin feucht, müsste sowieso in den Restmüll.
Blessuren
Ein Kompliment gab es von den Reeser Maltesern an die jungen und alten Jecken in und an den Rosenmontagszügen in Rees und in Haffen-Mehr. „Das waren trotz des eisigen Wetters tolle Veranstaltungen, denn glücklicherweise waren auch in diesem Jahr keine besonderen Vorkommnisse zu verzeichnen”, resümierte jetzt Hendrik Theyßen von den Maltesern Rees, der für die Einsatzleitung zuständig war. Er zeigte sich mit dem Verhalten der Jecken zufrieden und dankte den zahlreichen Helfern der Malteser für ihren engagierten Einsatz.
Natürlich hatten die Sanitäter einige kleinere Blessuren wie etwa Schürf- und Schnittwunden zu versorgen. Darüber hinaus kamen die Rettungs- und Krankenwagen der Malteser Rees nur dreimal zum Einsatz, um Patienten zur Weiterbehandlung ins Krankenhaus zu fahren. Ursache hierfür war der vermehrte Alkoholkonsum, der in einem Fall zu einem Unfall führte.
Auch die Kreispolizei spricht von Rosenmontagszügen „ohne Auffälligkeiten” in Rees und Haffen-Mehr. „In Rees musste lediglich eine Person zur Ausnüchterung in Polizeigewahrsam gebracht werden”, teilte Pressesprecher Heinz van Baal mit.
Auf die Jugendschutzkontrollen von Polizei und Ordnungsamt waren die jungen Leute in Rees offenbar vorbereitet. „Die meisten waren nicht erstaunt, kontrolliert zu werden”, wusste der städtische Pressesprecher Frank Postulart. Rund 350 Jugendliche wurden in Rees und Haffen-Mehr angesprochen, schwerpunktmäßig wurde in der Innenstadt kontrolliert. „Viele ertappte Jugendliche boten an, die Alkoholika selbst wegzugießen”, so Postulart. Bilanz der Kontrolleure in Rees: rund 100 Flaschen mit alkoholischen Getränken mussten die Jugendlichen ausgießen.
Wer Alkohol an Jugendliche verkauft hat, auf den wartet jetzt ein Verfahren. Derzeit werden den Betroffenen Anhörungsbogen zugestellt. „Zur Einzelfallbewertung”, so Frank Postulart. „Aber 1000 Euro Bußgeld pro Fall sind durchaus denkbar.”
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