Vollzeitjob für 15 Tage
10.02.2012 | 18:30 Uhr 2012-02-10T18:30:00+0100
Plettenberg. Die Berufswelt entdecken und neue Interessen fördern – das konnten jetzt 115 Schülerinnen und Schüler der Geschwister-Scholl-Realschule (GSR). Für sie endete gestern ein dreiwöchiges Berufspraktikum in den unterschiedlichsten Branchen – Vollzeitjobs für 15 Tage.
Dabei zeigten sich schon bei der Praktikumswahl, wie breit gestreut die Interessen der im Durchschnitt 15-Jährigen sind. Vom Bürokaufmann über Kfz-Mechatroniker oder Informatiker bis hin zu den regelmäßigen Favoriten wie Tierarzt oder Krankenschwester reichte das Spektrum.
Handwerk findet weniger Anklang
Dabei stellte Erich Dunkel als Konrektor der Realschule fest, dass der Trend in diesem Jahr in Richtung der Büroberufe gegangen sei. Das Handwerk habe diesmal weniger Anklang gefunden. Zum Teil waren sehr spezielle Bereiche gefragt, beispielsweise Frauenarzt oder Pferdetherapeutin.
Eine positive Bilanz ihres Praktikums in der Tierarztpraxis Knauff-Zöllner zieht Lena Jüngermann: „Es geht in die berufliche Richtung, die ich auch in der Zukunft anstreben werde“, betont die 15-Jährige. Sie sei sehr gut in den Arbeitsablauf in der Praxis integriert worden. Besonders interessant dabei seien die Kleintiersprechstunden, bei denen sie auch assistieren durfte. Schön sei zu erleben, wie den Tieren geholfen werde. Auf der anderen Seite habe sie in ihrer Praktikumszeit auch miterlebt, dass schwer kranke Tiere eingeschläfert werden mussten. Das hat sie emotional sehr bewegt. Dennoch lautet ihr Fazit: „Der Beruf der Tierarzthelferin ist sehr interessant.“
Die 15-jährige Anastasia Appelgants hat sich ihre Praktikumsstelle beim Gemeinnützigen Wohnungsunternehmen (GWU) ausgesucht, wo sie sich über den Beruf der Bürokauffrau informiert, wertvolle Erfahrungen gesammelt hat und auf „sehr freundliche und offene Kolleginnen und Kollegen“ getroffen ist. „Mir macht das Praktikum beim GWU Spaß. Allerdings kann ich mir diesen Beruf nicht für mein Leben vorstellen“, meint Anastasia. „Das Büroleben ist mir einfach zu langweilig“, fügt sie ohne Umschweife hinzu – auch eine Erfahrung.
Begeistert dagegen ist Mario Bott von seinem Praktikum im Hoch- und Tiefbauamt der Stadt Plettenberg. „Ich könnte mir vorstellen, den Beruf später zu erlernen und als Vermessungstechniker zu arbeiten.“
Marvin Schultes Tagesablauf beim städtischen Ordnungsamt begann in der Regel mit Rundgängen zur Kontrolle des ruhenden Verkehrs, sprich „Knöllchen verteilen, natürlich in Begleitung eines Mitarbeiters des Ordnungsamts“, schmunzelt Marvin.
Praktikum erleichtertspätere Berufswahl
Kfz-Mechatroniker im Autohaus Schauerte, Abteilung Volkswagen – für Robin Schulte ein Praktikumsplatz nach Maß. Entsprechend positiv fällt seine Bilanz der drei Wochen im Job aus: „Es macht mir viel Spaß, an Autos zu schrauben und auf Testfahrten mitkommen zu dürfen. Den Beruf als Kfz-Mechatroniker könnte ich mir sehr gut für meine Zukunft vorstellen.“
Laut GSR-Betreuungslehrerin Kerstin Fischer äußerten sich die Schüler fast nur positiv über ihre Praktikumserfahrungen. Auf dieser Grundlage dürfte manchem Realschüler die spätere Berufswahl ein gehöriges Stück leichter fallen.
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