Tennis spielen und Spaß haben
11.08.2009 | 19:28 Uhr 2009-08-11T19:28:00+0200
Plettenberg. Tennis spielen und gemeinsam Spaß haben – dieses Motto begleitet den Tennisverein Plettenberg (TVP) seit seiner Gründung vor 60 Jahren.
Vom 14. bis 16. August feiert der Verein seinen runden Geburtstag am Edenborn mit – wie könnte es anders sein – Tennis und viel Spaß. Die WR blickt zurück auf sechs Jahrzehnte Vereinsgeschichte.
Am 31. Mai 1949 kommen sieben Gründungsmitglieder auf Initiative von Rudolf Alexander Muntinga zusammen, um die erste Vereinssatzung zu unterschreiben. Wenige Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wird damit ein Sport neu belebt, der bereits 1897 und in den Folgejahren die Vier-Täler-Stadt erobert hatte.
Auf dem Edenborn findet der Verein ein Domizil: Auf einer Hälfte des Bolzplatzes, der von Bauer August Höfer gepachtet wird, entstehen die ersten beiden Aschenplätze.
Der Tennissport findet mehr und mehr Anhänger in Plettenberg – zunächst können sich allerdings nur gut betuchte Bürger Aufnahmegebühr, Mitgliedsbeitrag und Trainerstunden leisten.
Als 1952 eine vom Hammerwerk Schulte gestiftete Holzbaracke als Clubhaus aufgestellt wird, erfährt das Vereinsleben einen Schub. „Die Fröhlichkeit und Geselligkeit machte den Verein auch außerhalb Plettenbergs bekannt”, erinnert sich Dr. Kaspar Vieregge, Vorsitzender des TVP von 1974 bis 1992 und seit 1951 Mitglied.
Freundschaftsspiele mit Vereinen aus Lüdenscheid, Meinerzhagen und Dortmund werden durchgeführt, bevor Mitte der 50er Jahre die ersten Meisterschaftsspiele stattfinden. 1953 ist das Geburtsjahr des legendären Einladungsturniers, das der TVP mehr als 40 Jahre mit ausgesuchten Spielern aus ganz Deutschland veranstaltet.
Mehr Mitglieder, ein neuer Platz, ein größeres Clubhaus – der Verein wächst weiter und entwickelt sich auch sportlich. Tennis-Familien wie Fries, Niggemann, Höfer und Günthel prägen das Vereinsleben.
Mit einer Verjüngung des Vorstands erfährt der TVP 1974 einen Umbruch. „Das exklusive Standing des Tennissports versandete allmählich”, erklärt Dr. Kaspar Vieregge, der damals als Vorsitzender gemeinsam mit Geschäftsführer Udo Balshüsemann, Wirtschaftswart Alfred Höfer, Sportwart Rainer Niggemann und Jugendwart Karl-Heinz Fries die Geschicke des Vereins fortführt.
Der Verein erlebt „eine tolle Zeit auch fürs deutsche Tennis”, als Boris Becker und Steffi Graf Mitte der 80er die Tenniswelt dominieren. Im Zuge des Tennis-Booms finden viele neue Mitglieder den Weg zum TVP. Bei 340 Mitgliedern zu Glanzzeiten muss der Vorstand trotz des inzwischen gebauten fünften Platzes am Edenborn zeitweise sogar einen Aufnahmestopp verhängen.
So rasant der Tennissport plötzlich boomt, so schnell ebbt das Interesse auch wieder ab. Dr. Vieregges Nachfolger an der Vereinsspitze, für zwölf Jahre Jürgen Knips und seit 2002 Dr. Erika Sichert-Hermanni, müssen sich immer intensiver dem Thema gezielter Mitgliederwerbung widmen.
Zwar steht der TVP bei aktuell rund 240 Mitgliedern im Vergleich zu Nachbarvereinen noch recht gut da, doch kann der Club sportlich mangels Masse an Aktiven, insbesondere an motivierten, leistungsbereiten Nachwuchses, längst nicht mehr an glorreiche Zeiten anknüpfen, als am Edenborn die Rackets auf Oberliganiveau geschwungen wurden.
Im Jugendbereich erlaubt der Westfälische Tennis-Bund (WTB) inzwischen die Bildung von Spielgemeinschaften. Ansonsten könnten viele Vereine gar keine kompletten Jugendmannschaften mehr auf die Beine stellen, auch nicht der TVP. „Hier arbeiten wir seit Jahren sehr gut mit dem TC Blau-Gelb in Böddinghausen zusammen”, betont Dr. Sichert-Hermanni das freundschaftliche Verhältnis zum Nachbarverein vor Ort. Gefördert wird der Nachwuchs aus beiden Lagern von den Trainern Mariola und Michael Joschko.
Überdies werden mehr und mehr Freizeitaktivitäten angeboten, um die jungen Spieler bei Laune und bei der Stange zu halten.
0mitdiskutieren