Stadtteilbüro muss sich noch etablieren
15.02.2012 | 16:36 Uhr 2012-02-15T16:36:00+0100
Plettenberg.Als das Stadtteilbüro Eschen gestern zum ersten Mal öffnete, kam niemand. „Im Grunde haben wir damit gerechnet“, erklärt Diakonie-Mitarbeiterin Tatjana Weißpfennig-Cordt. In den nächsten Wochen wolle man daran arbeiten, Hemmschwellen ab- und Vertrauen aufzubauen. Sie und Kollegin Heike Schaefer haben einige Projekte in der Hinterhand, setzen aber vor allem auf die Beteiligung Ehrenamtlicher.
„Wir für den Eschen“ ist das zentrale Thema, mit dem die Beratungsstelle TrEsch Identifikation der Anwohner mit dem größten zusammenhängenden Wohngebiet Plettenbergs schaffen möchte. „Der Eschen hatte lange den Ruf, dass hier vor allem alte Menschen und Ausländer leben“, weiß Weißpfennig-Cordt. Das treffe so nicht zu, doch mache sich der demografische Wandel bemerkbar: „Viele Senioren wohnen seit Langem hier und wollen auch bleiben“, erklärt sie. Ihnen wolle man die nötige Infrastruktur bereitstellen. Vor allem im Bereich Mobilität sei vieles ausbaufähig.
Ehrenamtlichen Stab gewinnen
In erster Linie fungiert das Stadtteilbüro als Vermittlungsinstanz. „Wir nehmen die Probleme der Bürger zunächst auf und suchen nach den richtigen Ansprechpartnern“, berichtet Weißpfennig-Cordt. Darunter falle alles Mögliche: Pflege- oder Hauswirtschaftshilfe, Unterstützung beim Ausfüllen von Formularen. „Kürzlich hatte ich eine Dame, sich aufgrund eines Hörschadens nur sehr schlecht mit den Behörden verständigen konnte“, erzählt sie. Im Zweifel gehen die Mitarbeiter selber mit den Leuten zum Amt.
Langfristige Perspektive ist aber die Gewinnung eines Stabs von ehrenamtlichen Mitarbeitern, für die Betreuung sowie Durchführung von Projekten. „Wir haben Ideen, aber die Initiative sollen von den Eschenern selber ausgehen“, so die Diakoniemitarbeiterin. Schwerpunktmäßig soll es in Richtung Verständigung der Kulturen und Generationen gehen. „Wir wollen Junge und Alte zusammenzubringen.“ Beim Stadtteilfest habe sie bereits von mehreren Anwohnern gehört, dass sie sich einbringen wollen: „Das muss ja nicht bei der Planung von Veranstaltungen sein, sondern kann im Hintergrund stattfinden, zum Beispiel beim Spülen“, erklärt sie.
Gemeinsame Aktionen
In Bezug auf die Besucherzahl bleibt Tatjana Weißpfennig-Cordt erstmal gelassen, die Einrichtung müsse sich halt herumsprechen. „Das Sozialzentrum hat auch klein angefangen; heute wird dort Arbeit in einer Größenordnung geleistet, die wir uns nie hätten träumen lassen.“ Zudem setzt sie auf gemeinsame Aktionen: „Wer schon einmal zusammen Kaffee getrunken hat, da gibt es doch eine ganz andere Vertrauensbasis.“ Dann kann der Treffpunkt Eschen seinem Namen gerecht werden.
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