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Schwere Stunden für die Feuerwehr in Plettenberg

21.02.2012 | 17:47 Uhr
Schwere Stunden für die Feuerwehr in Plettenberg
Während des Feuerwehreinsatzes bei Pasel blieb die Bundesstraße 236 knapp zwei Stunden lang gesperrt.

Plettenberg.Eine brennende Holzhütte bei Pasel, ein vermeintlicher Wohnungsbrand im Hochhaus in der Hechmecke, eine Selbsttötung am Bahnübergang Brüninghausen und zeitgleich zahlreiche Routineeinsätze für den Rettungsdienst. Die Plettenberger Feuer- und Rettungswache leistete Schwerstarbeit.

Die diensthabende Wachabteilung der Plettenberger Feuer- und Rettungswache leistete am Montagabend eine Schicht, in der sich innerhalb von sechs schweren Stunden zwischen 18 Uhr und Mitternacht die tragischen Ereignisse überschlugen.

Spaziergänger bemerkt Feuer in Waldstück hinter Pasel

Ein Spaziergänger hatte kurz nach 18 Uhr in einem Waldstück hinter Pasel in Richtung Rönkhausen ein Feuer bemerkt. Er hielt einen Autofahrer an, der über sein Handy die Kreisleitstelle in Lüdenscheid informierte. Die Feuerwehr Plettenberg wurde daraufhin mit dem Einsatzstichwort „Waldbrand“ alarmiert. Neben dem Löschzug der Hauptwache am Wall rückten die Löschzug 1 und 3 aus (bestehend aus den Löschgruppen Eiringhausen, Ohle, Selscheid, Stadtmitte und Lande­mert) aus.

In der Tat entdeckten sie beim Eintreffen an einem unwegsamen Steilhang mitten im Wald hellen Feuerschein. Doch stand nicht der Wald, sondern eine Holzhütte samt Terrasse an einem Fischteich in Flammen. Mühevoll wurde eine Löschwasserleitung zur Brandstelle aufgebaut. Mit einem C-Rohr bekämpften die Einsatzkräfte unter Atemschutz den Brand und hatten die Situation schnell unter Kontrolle. Die Bundesstraße 236 blieb während des Einsatzes für knapp zwei Stunden gesperrt. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Kein Wohnhausbrand in der Dürerstraße

Um 21.20 Uhr ging auf der Wache die nächste Brandalarmierung ein. Bewohner des Hauses Dürerstraße 11 hatten aus einer Nachbarwohnung das Piepsen eines Rauchmelders gehört und die Feuerwehr gerufen. Wieder rückten die Hauptwache und der Löschzug 2 mit den Löschgruppen Holthausen (die gerade bei einem Schulungsabend versammelt war) und Oestertal aus, evakuierten sofort die komplette 5. Etage des Hochhauses, öffneten die Tür der Wohnung, aus der der Piepton kam, mit Spezialwerkzeug, weil die Bewohner offenbar nicht zu Hause waren – und entdeckten einen offenstehenden Kühlschrank, der in Abtaufunktion munter vor sich hin piepste. Entwarnung.

Derweil war zwischen den vielen Hechmeckern, die sich in heller Aufregung am Hochhaus eingefunden hatten, vorsorglich die Drehleiter in Stellung gebracht worden. Und prompt war das schwere Gefährt so tief in den auftauenden Rasenboden eingesunken, dass es von einem Rüstwagen zurück auf festen Untergrund gezogen werden musste.

Frau aus Werdohl von Güterzug erfasst

Zeit zum Luftholen blieb den Einsatzkräften nicht. Denn um 21.30 Uhr meldete eine Autofahrerin, die vor der geschlossenen Schranke am Bahnübergang Brüninghausen warten musste, dass sie gerade Augenzeuge einer Selbsttötung geworden sei. Eine ältere Frau aus Werdohl, so ergab die spätere Identifizierung der Leiche, war von einem Güterzug erfasst worden. Trotz einer Vollbremsung kam der Zug erst in Höhe der Firma C.D. Wälzholz kurz vor dem Bahnhof Eiringhausen zum Stehen.

Neben der Polizei und der Löschgruppe Ohle, die für die Bergungsarbeiten ausrückte, wurden Notfallseelsorger der Feuerwehr gerufen. Sie kümmerten sich um die Augenzeugin und den kurz vor der Pensionierung stehenden Lokführer, der unter einem schweren Schock stand. Die B 236 war auch an dieser Stelle für zwei Stunden gesperrt.

Bernd Maus

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