Schulmilch in vierten Klassen nicht mehr "in"
04.09.2007 | 09:19 Uhr 2007-09-04T09:19:28+0200Plettenberg. (lis) Die Kinder trinken weniger Milch: Mit einem Schulmilchprojekt an NRW-Grundschulen will Bundesagrarminister Seehofer den Rückgang stoppen helfen. Wie sieht das an den sechs Plettenberger Grundschulen aus?
Vor Ort gibt es die sogenannte "Schulmilch" nur an zwei Schulen: an der Hallengrundschule und der Martin-Luther-Grundschule. In den befragten Grundschulen im Oestertal und in Ohle gibt es keine Versorgung mit Milchgetränken.
An der Hallenschule ist der Schulmilchkonsum in den Jahren in etwa gleich geblieben, wie Rektor Gerhard Haas mitteilt. Er holt die Liste der September-Bestellung: "Wir hatten 34 Mal Kakao, 33 Mal Vanillemilch und 10 Mal Milch." Also: Etwa die Hälfte der 162 Schüler trinkt gesunde Milchprodukte. Rektor Haas findet allerdings den Preis relativ hoch: 30 Cent kostet Milch, 35 Cent der Kakao. "Erdbeer war zu süß, da gibt es keine Nachfrage."
Die Preise sind zudem noch angestiegen. Ob das an der angekündigten Anhebung der Preise für Milchprodukte liegt oder am anderen Lieferanten (Campino Olpe stieg von Tuffi auf Landliebe um), weiß Haas nicht zu sagen. Es zeige sich auch, dass Milch im ersten und zweiten Schuljahr noch viel getrunken werde: "Das hört im vierten Schuljahr auf; die finden Milch dann nicht mehr cool un bringen sich was von zu Hause zum Trinken mit."
Gisela Sesterhenn, Sekretärin der Martin-Luther-Schule, erinnert sich, dass es seit Februar 2004 wieder ein Schulmilchangebot gibt. Von den 447 Schülern nehmen täglich 24 Milch, 67 Kakao, 24 Vanille- und 17 Erdbeermilch: "Das ist etwa so viel wie früher."
Getränke wie Mineralwasser oder Apfelschorle sind auch gesund
Im Grunde wäre es, so war man sich einig, nicht so schlimm, wenn Kinder statt der Milch gesunde Getränke wie Mineralwasser oder auch Apfelschorle zu sich nehmen. Doch viele Kinder versorgten sich selbst mit ungesunden süßen Getränken. Und für die, die ohne Frühstück zur Schule kämen, böte die Milch einen gewissen Ersatz.
Die Unterstützung des Bundesministers in puncto Milchkonsum wäre wohl wichtig: Denn "in grauer Vorzeit", an die sich kaum jemand bei der Stadt noch erinnert, hat es auch in Plettenberg mal die sogenannte "Sozialmilch" für ärmere Kinder gegeben.
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