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Menschenrechte

Rote Hände gegen Kindersoldaten

08.01.2010 | 08:00 Uhr
Rote Hände gegen Kindersoldaten

Plettenberg. Mit der Waffe in der Hand anstatt mit Spielsachen unter dem Weihnachtsbaum – viele Kinder auf der Welt leben einen schrecklichen Alltag. Mit Drogen ruhiggestellt, kennen sie sich „mit Pistolen, Granaten und Minen besser aus als mit Schule oder Spielen”, sagt Bürgermeister Klaus Müller.

Zum Red-Hand-Day am 12. Februar beschäftigten sich Kinder im Jugendzentrum Alte Feuerwache mit ihren Altersgenossen, die gegen ihren Willen kämpfen müssen. Jedes Kind drückt seine rot bemalte Hand auf ein Blatt Papier und schreibt einen Slogan darauf. Die Papierbögen aus aller Welt werden gesammelt und an die UN-Vollversammlung in New York/USA weitergeleitet. „Das Rot steht für Halt, Stopp”, weiß Jordan. Der Jugendliche hat über seinen Handabdruck „Spielsachen statt Waffen” geschrieben.

»Mama würde uns nie erlauben, in den Krieg zu gehen«

Initiiert wurde das Projekt für Plettenberg von der Praktikantin Isabell Wiencke. „Wir wollten den Kindern klarmachen, dass es nicht allen so gut geht wie ihnen”, erklärt sie den Hintergrund. Jugendzentrumsmitarbeiterin Miriam Sebeikat ergänzt: „Das Projekt geht über den regionalen Tellerrand hinaus, viele Kinder haben sich bereits in der Schule oder durch die Nachrichten mit dem Thema auseinandergesetzt.”

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Kindernachmittag

  • „Wir hoffen auf große Medienresonanz zur Aktion Rote Hände”, so Miriam Sebeikat, damit die Kinder sehen, was weiter passiert, aber auch, dass Menschen in den betroffenen Ländern zur Kenntnis nehmen, dass die Welt um Kindersoldaten weiß.”
  • Der Kindernachmittag wird außerhalb der Schulferien vom Jugendzentrum angeboten, damit mögliche Ferienfreundschaften auch darüber hinaus erhalten bleiben können. Kinder zwischen 6 und 12 Jahren können kostenlos teilnehmen.

„Wir versuchen zu verhindern, dass Kinder in den Krieg müssen”, hofft Franziska, dass ganz viele Kinder in der ganzen Welt an der Aktion teilnehmen und die Abgeordneten dadurch aufgerüttelt werden. „Wenn da stapelweise Kisten mit Handabdrücken eintreffen, hat das mehr Gewicht und ihr zeigt, dass ihr euch einsetzt”, begrüßt der Bürgermeister die Aktion.

Er kann sogar einen ganz konkreten Bezug vorstellen: Die Plettenbergerin Susanne Loos wanderte vor mehreren Jahren aus, um den Menschen in Sri Lanka zu helfen. „Viele Familien konnten dort nur überleben, indem sie ihre Kinder in den Bürgerkrieg schickten”, erklärt er. Von dem Wehrsold hatte die Familie ihr Auskommen, Susanne Loos habe versucht, den Menschen eine andere Lebensgrundlage zu schaffen.

Das können sich die Kinder gar nicht vorstellen, dass Eltern die eigenen Kinder in Kämpfe schicken. Ein Junge sagt: „Mama würde uns nie erlauben, in den Krieg zu gehen.”

Hendrik Schulz

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