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Grube gesperrt

Risse in Bleierzgrube Neu Glück

25.02.2011 | 16:52 Uhr
Risse in Bleierzgrube Neu Glück
Die Schüler der Klasse 7 a der Geschwister-Scholl-Realschule waren vorerst die letzte Gruppe, die die Bleierzgrube Neu Glück besichtigte.

Plettenberg. Die Stadt hat die alte Bleierzgrube Neu Glück erst einmal gesperrt. Wassereinbruch verursacht Verschiebungen im Fels. Die Stabilität ist gefährdet.

Beim Besuch der Bleierzgrube Neu Glück erlebte die Klasse 7a der Geschwister-Scholl-Realschule am vergangenen Mittwoch noch einen Einblick in die Welt unter Tage. Wie schwer ein Teil unserer Vorfahren es hatte, sich bei fast völliger Dunkelheit, nur durch eine kleine Öllampe erhellt, durch den Berg zu graben, um an die damals wertvollen Bleierze zu kommen, konnten die Schüler nachempfinden.

Es tropft aus dem Deckengebirge

Klassenlehrerin Andrea Winterhoff hatte mit Elternvertreterin Karola Quast und Bergbauexperte Martin Zimmer den Gang in die Plettenberger Unterwelt gut vorbereitet. Im Medienraum der Schule zeigte Zimmer die heimische Höhlen- und Grubenwelt in einem Dia-Vortrag, berichtete von den verschiedenen Erzen, die über 900 Jahre lang abgebaut wurden. Der älteste Bergbau fand hier im 11. Jahrhundert am Bärenberg statt.

Anschließend ging es in zwei Gruppen in die Bleierzgrube Neu Glück. Hier lernten die Realschüler auch die Nutzung der Grube als Luftschutzkeller im Zweiten Weltkrieg kennen, erfuhren, dass amerikanische Soldaten hier gefangen gehalten wurden und wie sich das Grubengebäude seit dem Bau des Hestenbergtunnels verändert hat.

Die Schüler der 7. Klasse der Realschule waren vorerst die letzen Besucher der Grube, denn die ist inzwischen von der Stadt Plettenberg als Eigentümerin gesperrt worden. Ursache sind Veränderungen im Grauwackengestein. Die ursprünglich absolut trockene Grube ist etwa sechs Monate nach Freigabe des Hestenbergtunnels durch Wassereinbruch verändert worden. Aus dem Deckgebirge tropft es neuerdings, wobei das Wasser die mit Letten (Ton) gefüllten Spalten auswäscht. In diese freien Spalten hinein bewegen sich durch den Gebirgsdruck die Grauwackenschiefer. Die Folge: Das Gestein in der Stollendecke zeigt Risse.

Die Grubenführer um Martin Zimmer hatten bereits einen Sprengmeister vor Ort, der das Setzen von Gipsplomben in die Risse empfahl. Das ist erfolgt, die Plomben sitzen nach zwei Wochen unverändert fest.

Zwischenzeitlich hat das Tiefbauamt der Stadt einen Experten beauftragt, die Grube zu inspizieren. Je nachdem wie dessen Urteil ausfällt, wird man über Räummaßnahmen des Deckgebirges, Abstützungen oder andere Maßnahmen diskutieren müssen.

Horst Hassel

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