Ratsfrau Keiderling stand auf und ging
27.11.2007 | 21:14 Uhr 2007-11-27T21:14:29+0100Plettenberg. Kopfschüttelnde Ausschussmitglieder hinterließ gestern Abend die Grünen-Ratsfrau Bärbel Keiderling. ...
... Nach dem Hinweis von Bürgermeister Klaus Müller, sie sei nicht Mitglied und habe daher kein Rederecht, verließ sie unter Protest den Sozialausschuss. Dabei bekam Bärbel Keiderling schon am Anfang den Hinweis mit auf den Weg, dass sie als Ratsfrau im Sozialausschuss, dem sie nicht anghört, weder Rede- noch Stimmrecht hat. Ihr wurde aber das Recht zugebilligt, ihre Anträge vorzutragen.
Konkret ging es um die Wohnsituation im städtischen Übergangsheim an der Ohler Straße 100. Bündnis 90/Die Grünen hatten den Antrag auf dezentrale Unterbringung der Asylbewerber beantragt, da es immer zu Reibereien von Asylbewerbern verschiedener ethnischer Abstammung komme und die Unterbringungssituation katastrophal sei. Die engagierte Ratsfrau Keiderling betonte in ihrer Antragstellung, dass in anderen Städten bessere Bedingungen herrschten.
Bürgermeister Klaus Müller erläuterte, dass aus finanziellen Aspekten (siehe Kasten) eine Änderung nicht in Frage käme. Rund 300 000 Euro müssten heute ans Land zurückgezahlt werden plus die Kosten für die dezentrale Unterbringung. Als sich Bärbel Keiderling mit der Antwort des Bürgermeisters nicht zufrieden gab, erfolgte der nochmalige Rede-Hinweis von Klaus Müller, der die Ratsfrau zum Gehen bewegte.
Da sich die Ausschussmitglieder aber vor der Sitzung die Zeit genommen hatten, das Asylbewerberheim zu besichtigen, sagte Martina Reinhold (SPD) das, was alle Ausschussmitglieder dachten. Eine Verbesserung der Wohnraumsituation im Asylbe- werberheim muss her. "Sieben Personen in zwei Räumen ist untragbar", war ihre Meinung, zumal im angrenzenden Aussiedler-Wohnheim alle Räumlichkeiten seit Jahren ungenutzt seien. Eine Umwidmung müsse schnellstens her.
Auch Klaus Salscheider (UWG) plädierte für eine Entzerrung und eine Behebung der Ungleichbehandlung. Er bat die Verwaltung auch darum, zu prüfen, ob in einzelnen Bereichen Duschen und Toiletten zusätzlich gebaut werden könnten.
"Was wir gesehen haben, hat uns gereicht", stimmte auch Hannelore Zündorf (CDU) einer schnellen Vorlage eines Konzeptes zu und "das nicht zur nächsten Sitzung, sondern so schnell wie möglich".
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