PTV bietet 4-Punkte-Plan für P-Weg an
19.02.2010 | 18:00 Uhr 2010-02-19T18:00:00+0100Plettenberg. Mit einem originellen Aktionsplan unterstützt der Plettenberger Turnverein (PTV) das P-Weg-Team bei seinen Bemühungen, das beliebte Marathon-Wochenende auch in Zukunft ausrichten zu können.
„Wir möchten zeigen, dass viele Sportler bemüht sind, Natur und Training harmonisch zu verbinden”, sagt PTV-Vorsitzender Winfrid Schulte.
Der PTV deckt mit seinen fast 300 Mitglieder und 15 Abteilungen ein großes Spektrum von Breitensportangeboten ab. Für viele der Aktiven im Alter von 5 bis 80 Jahren sei das P-Weg-Wochenende ein besonderer Höhepunkt und zusätzliche Motivation. Beispielhaft nennt Schulte Sportler wie Hans Beier (69 Jahre), Inge Pfeiffer (70) und Martin Jürgens (73), die regelmäßig am P-Weg teilnehmen.
Baumspende und Müllsammlungen
Der Vorstand des PTV ist sich einig, dass diese Veranstaltung gesellschaftlich, gesundheitlich und sportlich besonders wertvoll ist. „Alle reden über dringend notwendige Einsparmaßnahmen im Gesundheitsbereich, aber wenn erst gar keine Kosten auftreten, weil Gesundheitsschäden vorgebeugt wird, ist es besonders effizient”, argumentiert Schulte.
„In diesem Sinne ist die monatelange sportliche Vorbereitung auf das Marathon-Wochenende auch ein Beitrag zur Reduzierung der Kosten im Gesundheitswesen. Die P-Weg-Idee bewegt nicht nur die Sportler selbst, sondern auch Freunde, Bekannte und Familienmitglieder. Es wäre schade, wenn durch fehlende Motivation dieser Plettenberger Bewegungsdrang wieder nachlässt.”
Der 4-Punkte-Plan des PTV:
- Spende von 50 Eichen oder Buchen einschließlich Pflanzung in einem vom Förster festzulegenden Gebiet.
- PTV-Wanderer nehmen Mülltüten mit und entsorgen am Waldrand liegenden Unrat.
- Der PTV wird ab Frühjahr bei Führungen anspruchsvolle Trainingsstrecken zeigen, bei denen die Vermeidung von Störungen der Waldbewohner im Vordergrund steht.
- Um den sensiblen Umgang mit der Natur zu fördern, wird der PTV im Sommer einen Familientag im Wildwald Voßwinkel durchführen, bei dem auch Vorträge und Führungen durch Fachleute stattfinden.
Darüber hinaus ist die PTV-Führungsriege der Meinung, dass die Leistung der vielen P-Weg-Helfer, zum Teil ganzer Dorfgemeinschaften, noch mehr in den Vordergrund gestellt werden könnte, da nur durch sie eine Veranstaltung dieser Größenordnung möglich sei. Der Turnverein wird daher ein Preisausschreiben starten. Aktive und Zuschauer sind aufgerufen, Helfergeschichten rund um den P-Weg in Text oder gemaltem Bild zu erzählen. Dem Sieger dieses Preisausschreibens winkt ein Rundflug über Plettenberg.
Voraussetzung für diese Vorhaben des PTV ist, dass der P-Weg-Marathon stattfinden kann. Die Entscheidung darüber soll Ende nächster Woche fallen. Viele hundert Breitensportler im Sauerland und darüber hinaus fiebern ihr in banger bis hoffnungsvoller Erwartung entgegen.
Kommentar:
Die Initiative des PTV-Vorstands ist insofern bemerkenswert, weil er die Gründe für das ablehnende Verhalten der P-Weg-Gegner akzeptiert.
Unterschriftensammlungen und Solidaritätsbekundungen für den P-Weg stärken den ehrenamtlichen Organisatoren den Rücken, bergen aber auch die Gefahr in sich, die Gegner und Kritiker durch pure Übermacht in die Ecke zu drängen. Gespräche und der sachliche Austausch von Argumenten werden in solch einer Situation schwierig bis unmöglich. Das Resultat bisher: Waldbesitzer ziehen sich auf ihr gesetzliches Recht zurück, Sportveranstaltungen die Genehmigung zu verweigern.
Den nachhaltigen Schutz des Waldes erreichen sie damit nicht, denn die Nutzung der Wege zur Freizeitgestaltung steht jedem das ganze Jahr über frei. Wanderer, Walker, Jogger und Biker bevölkern die Wälder in immer größerer Zahl, dieser Trend ist nicht aufzuhalten. Durch eine sinnvolle, von gegenseitigem Verständnis geprägte und auch regelmäßige Zusammenarbeit könnte aber ein verträgliches Miteinander der verschiedenen Interessen erreicht werden.
Die Initiative des PTV-Vorstands ist ein guter Ansatz – bitte aufgreifen!
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