Offene Herzen und Türen gefunden
25.11.2010 | 17:56 Uhr 2010-11-25T17:56:00+0100
Plettenberg.Der Weg zum Beruf des Pastors verlief für Dietmar Auner alles andere als geradlinig. Doch heute, 25 Jahre nach seiner Ordination, freut der 52-Jährige sich täglich über die „vielfältigen und spannenden Aufgaben“.
Im Mai 1996 wurde Auner als Nachfolger Wilhelm Ubrigs in die Oestertaler Pfarrstelle der Evangelischen Kirchengemeinde Plettenberg gewählt. Bereits vom ersten Tag an begeisterten den Motorradliebhaber und Hobbygitarristen Auner die „offenen Herzen und Türen“, denen er sowohl privat als auch dienstlich begegnete.
Am 1. Februar 1958 kam Dietmar Auner als Sohn eines Pfarrers in Mediasch in Siebenbürgen (Rumänien) zur Welt. Er schloss die deutsche Schule 1977 mit dem Abitur ab. Danach dachte der sportbegeisterte Auner zunächst gar nicht daran, wie sein Vater und auch sein sieben Jahre älterer Bruder den Pfarrerberuf zu ergreifen. Er arbeitete als Hilfslehrer in der Sekundarschule und begann eine Ausbildung zum Heizungstechniker in Hermannstadt. Dabei kam er verstärkt in Kontakt mit bedürftigen Menschen und entdeckte so eher ungewollt seine seelsorgerischen Talente, die ihm auch Freunde und Bekannte immer wieder bescheinigten.
Nach dem Militärdienst nahm Auner schließlich 1980 doch das Studium an der theologischen Fakultät Hermannstadt auf, das er 1984 mit dem Diplom abschloss. Nach dem einjährigen Vikariat in Heltau und bestandener Pfarramtsprüfung wurde Dietmar Auner am 20. November 1985 vom mittlerweile verstorbenen Bischof Albert Klein ordiniert. Auner erinnert sich noch gut an den sonnigen Tag im Spätherbst vor 25 Jahren: „Mit diesem Tag verbinde ich Gänsehautgefühl und tiefen inneren Frieden.“
Seine erste Pfarrstelle trat der junge Pastor in Neustadt an. Einen Einschnitt ins Leben der heute vierköpfigen Familie Auner bedeutete der Mauerfall 1989. Bis November 1992 siedelten 90 % der Gemeindeglieder nach Deutschland aus, so dass auch Dietmar Auner kaum eine andere Wahl blieb, als mit seiner Frau Brigitte und den Kindern Siebenbürgen zu verlassen. „Wir wurden Fremde in unserer Heimat“, erinnert sich der Jubilar.
Nach der Berufsanerkennung beim Kirchenamt der Evangelische Kirche in Deutschland bewarb sich Auner bei der Landeskirche Westfalen und trat am 1. Juni 1993 die Stelle des Synodalvikars im Kirchenkreis Plettenberg an. Dort arbeitete er als rechte Hand des Superintendenten Ubrig, den er schließlich 1996 als Pfarrer im Oestertal ablöste.
„Die Menschen hier brachten mir von Beginn an Offenheit und Vertrauen entgegen und tun das auch heute noch“, bereut Auner keinen Moment seiner Amtszeit.
Außerdem würdigt er die stets „freundliche und kollegiale Zusammenarbeit“ mit seinen Plettenberger Pfarrkollegen, aber auch in der Ökumene.
Als eines der vielen besonderen Erlebnisse bezeichnet Auner die dreiwöchige Delegationsreise in die Plettenberger Partnergemeinde Missenye in Tansania im Sommer 2008. Auch mit der Siebenbürgenhilfe verbindet Auner viele besondere Momente.
Eine der kommenden Aufgaben sieht Auner in der Renovierung der Christuskirche, die allerdings nur mit „Unterstützung der Gemeindeglieder und wohlwollender Menschen“ zu realisieren sei.
Außerdem wolle er weiterhin mit viel Freude seinen Beitrag leisten, „die Gottesdienststätten der Kirchengemeinde Plettenberg für Jung und Alt mit Leben und Liebe“ zu erfüllen.
Am Sonntag gratuliert Superintendent Majoress dem Jubilar offiziell im Gottesdienst in der Erlöserkirche.
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